Chronik | Niederösterreich
25.07.2017

Kriminalität stieg mit Zahl der Flüchtlinge

Wie neue Zahlen zeigen, waren die Bezirke Baden und Mödling von den Auswirkungen der Flüchtlingskrise besonders betroffen.

Der Flüchtlingsstrom, der 2015 über Österreich herein gebrochen ist, hat sich auch auf die Kriminalität im Land ausgewirkt. Von 2015 auf 2016 ist die Zahl der tatverdächtigen Asylwerber stark angestiegen – von 14.458 auf 22.289.

Die negative Entwicklung, die besonders im Umfeld des Flüchtlingslagers Traiskirchen im Bezirk Baden und Umgebung stark zu spüren ist, wurde zuletzt auf politischer Ebene heiß diskutiert. Nachdem es auch im Bezirk Mödling zu zahlreichen Zwischenfällen mit Asylwerbern gekommen war, hat die FPÖ eine entsprechende parlamentarische Anfrage an Innenminister Wolfgang Sobotka gerichtet. Aus der Beantwortung geht hervor, dass von September 2015 bis Mai 2017 im Bezirk Mödling 627 Straftaten von Asylwerbern begangen wurden. Zum Vergleich: Die Zahl der Gesamtdelikte im Bezirk lag 2016 bei knapp über 8000.

"Von den 627 Taten, die Asylwerber begangen haben, sind mehr als 300 Ladendiebstähle. Gewaltdelikte gab es eher weniger", erklärt Mödlings Bezirkspolizeikommandant Peter Waldinger. In der Statistik sind etwa 49 (normale) und sieben schwere Körperverletzungen ausgewiesen. Es gab acht Raufhandel und 27 gefährliche Drohungen. Sexualdelikte wurden insgesamt 13 registriert, dazu kommen 29 Anzeigen nach dem Suchtmittelgesetz. Die meisten der Tatverdächtigen waren Afghanen (195), gefolgt von Algeriern (72), Russen (67), Indern (39), Marokkanern (37) und Syrern (33).

Sicherheitsgipfel

Wegen des Anstiegs der Zwischenfälle wurde im Vorjahr auf Drängen von Mödlings Bürgermeister Hans Stefan Hintner (ÖVP) ein Sicherheitsgipfel von Polizei, Bezirksbehörde und den Bürgermeistern der Region abgehalten. "Es wurden einige Punkte umgesetzt. Zum Beispiel die strikte Einhaltung der abendlichen Ausgangssperre für minderjährige Asylwerber in ihren Unterkünften", so Hintner. Bei einer Problem-Einrichtung wurde deshalb eigens eine Alarmanlage installiert. "Erst nach den Interventionen sind die Betreuungsorganisationen ihrer Aufsichtspflicht besser nachgekommen", erklärt Hintner.

Dramatisch war die Lage mit bis zu 4300 Flüchtlingen zu Spitzenzeiten aber in und rund um Traiskirchen.

Von den insgesamt (von In- und Ausländern) verübten 12.270 Delikten 2015 im Bezirk Baden waren alleine 4872 Anzeigen wegen Schlepperei. "Wir hatten aber natürlich eine deutliche Zunahme an Körperverletzungen, Diebstählen und Sachbeschädigungen, nicht nur im Lager, sondern auch außerhalb. Seit die Zahl der Flüchtlinge wieder sinkt, geht das aber zurück", sagt Badens Bezirkspolizeikommandant Wolfgang Eisenkölbl. Wogegen er sich wehrt, ist die landläufige Meinung, dass mit den Flüchtlingen die Sexualdelikte Überhand genommen haben. Laut Statistik gab es 2014 im Bezirk gesamt 14 solcher Delikte, ein Jahr später zum Höhepunkt der Flüchtlingswelle neun, und im Vorjahr schließlich 13.

Was Strafdelikte von Ausländern betrifft, waren 2016 im Bezirk Baden ungarische Staatsangehörige führend, im heurigen Jahr Serben.