ARCHIV - Wasser fliesst am 26. August 2008 in Frankfurt am Main aus einem Wasserhahn in ein Glas. Die Wasserpreise oeffentlicher Versorger koennen nach einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs (BGH) leichter auf Missbrauch kontrolliert werden. Mit dem Urteil vom Dienstag, 2. Februar 2010, bestaetigte der Kartellsenat des BGH, dass der Versorger Enwag in Wetzlar seine Preise um 30 Prozent senken muss. (Aktenzeichen: Bundesgerichtshof KVR 66/08) (AP Photo/Michael Probst) ** zu APD7659 ** --- FILE - In this Aug. 26, 2008 file photo tab water is seen running into a glass in Frankfurt, central Germany. (AP Photo/Michael Probst, File)

© AP/Michael Probst

Chronik | Niederösterreich
01/29/2013

Krimi um Pestizid-Wasser

Korneuburg: Ein Toxikologe warnt vor „hormonellen Veränderungen“ in Körperzellen.

Die Causa um das Korneuburger Grundwasser schlägt erneut hohe Wellen. Nachdem die Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) per Gutachten festgestellt hat, dass das mit Herbiziden und Pestiziden verseuchte Wasser unbedenklich ist und auch getrunken werden kann, widerlegt nun ein neues Gutachten diese Unbedenklichkeit. Im Gegenteil: Die Toxikologen warnen sogar vor gesundheitlichen Folgen für die menschliche Zelle und die Fortpflanzungsfähigkeit.

Kurzer Rückblick: Im Vorjahr wurden auf dem Gelände des Spritzmittelherstellers „Kwizda Agro“ undichte Abwassertanks entdeckt. Über Jahre waren so die Wirkstoffe Thiamethoxam und Clopyralid ins Grundwasser gelangt. Mit einer Wasserprobe deckte Global 2000 im August 2012 die Kontamination auf. Die Behörden beauftragten einen Experten mit der Sanierung. Im Herbst begannen auch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Umweltgefährdung. Vor Weihnachten stellte die AGES schließlich dem Clopyralid-Grundwasser einen „Persilschein“ aus. Ein dreiviertel Liter Wasser täglich könne sogar Säuglingen verabreicht werden, hieß es.

Unter der Leitung des Wiener Ökotoxikologen Franz Tatzber wurde das Wasser nun am Technikum Wien nochmals gründlich untersucht. „Es ist ein Pestizid-Cocktail, den man nicht verniedlichen sollte“, sagt Tatzber. Die Gifte würden „hormonelle Veränderungen“ in Körperzellen auslösen und seien besonders für Säuglinge gefährlich.