Chronik | Niederösterreich
05.12.2011

Krems: Zahn-Uni auf Schiene

Sowohl Zahnuniversität als auch Fachhochschule wachsen, und werten den Hochschulstandort Krems weiter auf.

Gegen alle Widerstände ist es geschafft: Trotz anfänglichen Gegenwindes sogar aus den Reihen der nö. Zahnärzte hat sich die Private Zahnmedizin-Uni DPU (Danube Private University) in Krems etabliert, bekommt erste internationale Anerkennung und hat jetzt auch ihr neues Heim bezogen. Das bietet ihren Studenten modernste Arbeitsbedingungen samt der Atmosphäre einer Kunstgalerie.

"Die Kunst soll die Studenten inspirieren, die familiäre Atmosphäre den Zusammenhalt fördern", sagt Marga Wagner-Pischel, Präsidentin der DPU. Sie hat die neu adaptierten Räume in der ehemaligen Hauptschule mit modernen Kunstwerken aus ihrer eigenen Sammlung schmückt. Videoüberwachung soll Kunstdiebe abwehren.

Dabei bleibt die Ausbildung nicht auf der Strecke, betont die Präsidentin: Roboterköpfe zum Üben, computergesteuertes Formen von Füllungen und anderes lasse die Studierenden Techniken erlernen, die in vielen Ordinationen noch nicht zu finden sind. "Mongolei, Sudan und Südafrika wünschen sich Zusammenarbeit", strahlt die Präsidentin.
"Wir gehören zu den wenigen echten Privatuniversitäten und haben kein öffentliches Geld bekommen", betont Jürgen Pischel. Er stellt sich im Familienbetrieb, in dem auch Tochter Stefanie Arco-Zinneberg und Sohn Robert Christian Wagner mitarbeiten, bescheiden hinter seine Frau. Die stolz vorrechnet: "Steuerzahlern kostet ein Medizin-Studierender an staatlichen Unis bis zu 260.000 Euro, bei uns 100.000 Euro weniger." Alle in der Vergangenheit erhobenen Vorwürfe - von angeblich fehlenden Praktikumsplätzen über Gratiskonkurrenz für Zahnärzte bis zum Üben an illegal importierten Zähnen - seien längst entkräftet. "Wenn die Frau Bürgermeister nicht so um uns gekämpft hätte, wären wir schon in Passau, wo man uns enorm gefördert hätte", ergänzt Pischel. Um so mehr freut sich Stadtchefin Inge Rinke über die Einrichtung: "Wir sind stolz darauf." Dass die DPU mit einer Gesamtinvestition von 22 Millionen Euro durchkommt, liegt laut Pischel auch daran, dass man die technische Ausrüstung günstig anschaffen konnte: "Zahnärzte arbeiten gern auf dem Gerät, das sie in der Ausbildung kennengelernt haben", erklärt er.

DPU: Bis zu 500 "Vollstudenten"

Zahlen 246 junge Leute erlernen derzeit an der DPU den Beruf des Zahnarztes, 500 fertige lassen sich an der Donauuni weiter bilden. Derzeit beschäftigt das Unternehmen 50 Mitarbeiter, diese Zahl soll sich verdoppeln. Die Studenten der DPU kommen zu 60 Prozent aus Deutschland, zu 30 aus Österreich. Der Rest aus dem übrigen deutschsprachigen Raum. Schon bisher hat die DPU im Westteil des Kremser Uni-Campus 1500 Quadratmeter Fläche genutzt,die ehemalige Hauptschule bringt eine Erweiterung um 2500 Quadratmeter. Gleich daneben entsteht ein Neubau mit 2000 Quadratmetern Nutzfläche, der ab Sommer 2012 das Zahnambulatorium aufnehmen soll. Die Gesamtinvestition wird 22 Millionen Euro betragen. Der Gesamtumsatz 2011 wird mit rund neun Millionen Euro angegeben.