Saugasslmarkt-Initiatorin Carmen Brunner bietet im Friseurgeschäft auch hippe Mode an

© KURIER/Gilbert Weisbier

Niederösterreich
05/09/2016

Krems: Hippes aus der zweiten Reihe

Krems: Kreative Geschäftsleute wollen endlich aus dem Schatten der Fußgängerzone treten.

von Gilbert Weisbier

Aus ihrem Schattendasein am Rande der Kremser Fußgängerzone wollen Geschäftsleute aus der Gögl- und Herzogstraße heraustreten. Sie wollen mit und bei einem sogenannten "Saugasslmarkt" am 13. und 14. Mai zeigen, dass sie mindestens genauso viel können wie die Kollegen in den Toplagen.

Initiatorin des Grätzelfestes ist Carmen Brunner, Inhaberin eines Friseurladens, in dem es auch Designerkleidung zu kaufen gibt. "Der Titel der Veranstaltung bezieht sich auf einen Namen, den die Gasse früher trug, das ist echt und nicht aufgesetzt cool", sagt sie lachend und hofft, dass das Programm mit Straßenkunst und vielen Gästen die Aufmerksamkeit auf die hippen Läden in der "zweiten Reihe" lenkt – wo die "großen Ketten" nicht hindrängen, dafür neue Ideen wachsen können. Dort wird es Freitag und Samstag - jeweils zwischen 10 und 18 Uhr - Modeschauen geben, eine Torschusswand wird aufgestellt und auch für hippe Musik ist gesorgt.

Reparaturen

Die Hauptattraktion sind jedoch die Läden selber: Da gibt es Herbert Pallan, der in seinem Geschäft "Audio Art" mit fünf Mitarbeitern zwei Arten von Unterstützung anbietet, die sonst kaum zu erhalten ist.

"Wir bieten nicht nur hochwertige Soundanlagen, sondern reparieren verschiedenste Elektrogeräte. Oft ist nämlich nur eine Kleinigkeit kaputt und man muss nichts Neues anschaffen, obwohl die Dritte Welt ohnehin schon in unserem Elektroschrott erstickt", sagt Pallan. Auch ein weiteres Service wird gut angenommen: Das Digitalisieren von Dias oder Analogfotos, die man dann per USB-Stick am Fernseher anschauen kann. Sogar alte Super-8-Filme werden auf DVD gebrannt und wiederbelebt.

"Wunschkind" heißt das junge Modegeschäft für Kinder und werdende Mütter, das Michael Krbecek und Stella Brunner gemeinsam führen.

"Als wir nach Krems gezogen sind, haben wir den Bedarf gemerkt", sagt Brunner. Das gemeinsame Fest ist ihnen wichtig, deshalb hat Kulturmanager Krbecek auch einen großen Teil der Organisationsarbeit übernommen. "Bald bekommen wir ein eigenes Kremser Kindermodelabel mit Modellen von Nadescha Stenzel", kündigt Brunner an.

Nicht weit entfernt liegt das Handarbeitsgeschäft "woll.werk", dessen Inhaberin Regina Binder und ihre Kunden ein besonders großes Herz für andere haben. Jedes Jahr entstehen Kunstwerke aus Wolle, die bei Veranstaltungen viele Tausende Euro für karitative Zwecke bringen.

Relativ neu ist auch die "Honigwerkstatt", die bietet nicht nur verschiedenste Bienenprodukte, sondern auch die Möglichkeit, an Schutzprojekten teilzunehmen.

Mit dabei ist außerdem der "Kaffee Campus Krems", wo man nicht nur Kaffee und Süßes konsumieren, sondern auch Produkte der hauseigenen Rösterei erwerben, sich auch in der Zubreitung schulen lassen, Ausrüstung bis zur Profimaschine kaufen kann.

Übrigens: Am 21. Mai findet in der Unteren Landstraße das bereits traditionelle Simandlbrunnenfest statt. Mit ihm wollen die Landstraßen-Unternehmer außerhalb der Fußgängerzone für sich werben. Das Programm umfasst viel Musik, Gozzoburgführung, Glasritzen für Kinder und natürlich kulinarische Köstlichkeiten.

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