Chronik | Niederösterreich
04.01.2013

Krematorium geriet in Brand während Einäscherung

Durchgebrannt ist das Krematorium am Hauptfriedhof. Ursache dürfte ein Technik-Defekt sein.

Es war ein extrem schwieriger und heikler Einsatz“ berichtet St. Pöltens Feuerwehrchef Dietmar Fahrafellner. „Der Verbrennungsprozess war gerade im Gange, die Rauchentwicklung war stark und bei einem Ofen mit so hohen Temperaturen – 900 bis 1000 Grad – kann man Löschwasser vergessen. Wir haben 250 Kilo Löschpulver drauf geworfen, um den Brand niederzukämpfen.“

1300 Verstorbene werden jährlich am St. Pöltener Hauptfriedhof eingeäschert – Tendenz steigend. Bislang hat die mit Gas beheizte Anlage wie ein Glöckerl funktioniert. Freitagfrüh geriet sie außer Kontrolle. Um 7.49 Uhr schlug ein Bestatter, der das Krematorium bediente, Alarm. An der Rückseite des Verbrennungsofens war ein Brand ausgebrochen.

Während sich erste Mitglieder einer Trauergemeinde vor einem Begräbnis in der Zeremonienhalle einfanden, machten sich keine hundert Meter entfernt 40 Feuerwehrleute zum Löschangriff bereit. Ein EVN-Team unterbrach die Gaszufuhr zum Krematorium und damit die Explosionsgefahr.Unter schwerem Atemschutz drangen 27 Einsatzkräfte durch dichten Rauch zum Kremationsofen vor und deckten ihn mit Löschpulver ein. Andere öffneten das Flachdach des Gebäudes, weil man Brandnester in der Decke befürchtete.

Pietätsvoll

Erst gegen Mittag kam die erlösende Meldung „Brand aus“. Fragen nach dem Zustand des Verstorbenen beantwortete Rathaus-Sprecher Martin Koutny pietätsvoll: „Der Verbrennungsvorgang war nahezu beendet, als der Brand ausbrach. Alles weitere hat die Bestattung übernommen.“

Die Polizei schloss Brandstiftung aus und vermutet einen technischen Defekt. Durch Überdruck in der Brennkammer sollen Flammen durch die Tür geschossen sein. Der Schaden wird auf 50.000 Euro geschätzt. Das Krematorium bleibt vorerst gesperrt.