Chronik | Niederösterreich
14.03.2014

Privatbrauer übersiedelt

Vom Hinterhof-Dasein zum Schlossbrauer, Bugelmüller verlässt die Stadt.

Er kam, sah und braute vollmundige Biere. Dreieinhalb Jahre nachdem Bernhard Bugelmüller Korneuburg mit seiner "Biermanufaktur" quasi zur Braustadt kürte, kehrt der Hopfenperlen-Spezialist der Stadt nun den Rücken zu und wird Schlossbrauer im Schloss Walpersdorf in der Gemeinde Inzersdorf-Getzersdorf im Bezirk St. Pölten.

"Ich hatte immer schon den Traum von einer Klosterbrauerei oder ein Schlossbrauer zu werden", sagt Bugelmüller, der eigentlich ein gelernter IT-Techniker ist und vor knapp fünf Jahren das Hobby zum Beruf gemacht hat. Durch einen Zufall hörte er von einem renommierten Bierbrauer aus dem oö. Mühlviertel, dass für das reaktivierte Schloss Walpersdorf bei Traismauer ein Brauer gesucht werde. "Hast Du viel zu tun?", fragte der Brauer seinen Berufskollegen. Zwei Mal hatte er noch über den Schritt vorwärts geschlafen. Statt Skifahren in der Semesterwoche schrieb der Familienvater das Konzept.

Im Turm

Der hintere Turm des historischen Gemäuers wird das neue Zuhause für den Brauer. Schon Anfang April ist das Hinterhof-Dasein des ersten Korneuburger Brauers in der Stadt Geschichte. Bugelmüller zieht mit (Malz)sack und seinen Meische- und Gärtanks um. "Das Ambiente im Schloss ist hervorragend und die Platzverhältnisse sind optimal", sagt Bugelmüller. Die alten Milchkühler haben künftig ausgedient, stattdessen kommen Profi-Kühlgeräte zum Einsatz. Das Wasser zum Brauen kommt künftig nicht mehr aus der Wasserleitung sondern aus einer eigenen Schloss-Quelle, die 700 Meter entfernt im Wald entspringt. Für den künftigen Schlossbrauer ist der Wechsel ein Quantensprung. Statt wie bisher 280 Hektoliter wird die jährliche Produktion auf rund 500 Hektoliter gesteigert. Das Schlossbier wird in der benachbarten Gastronomie ausgeschenkt und soll es auch für die Besucher zum Mitnehmen geben.

Die Mitglieder des Biervereines "Cervitura" können aufatmen. "Das Korneuburger Original wird es auch künftig geben", sagt Bugelmüller. Nur der Ab-Hof-Verkauf sei noch in Schwebe. Auch Braukurse will er künftig weiter anbieten.