Diese Aussicht hätte man vom geplanten „Skywalk“ nicht. Die genießt man direkt vom Berg daneben.

© Julia Schrenk

Kirchberg/Pielach
09/16/2013

„Der Skywalk ist doch an den Haaren herbeigezogen“

In der Nähe der Kirche soll eine Aussichtsplattform entstehen. Kolportierte Kosten 130.000 Euro. Anrainer wehren sich.

von Julia Schrenk

Im Grand Canyon-Erlebnispark in den USA gibt es einen „Skywalk“. Die Aussichtsplattform ragt bis zu 240 Meter über den Boden. Auch am Dachstein in der Steiermark gibt es einen „Skywalk“. Darunter befindet sich die 250 Meter steil abfallende Felswand des Hunerkogels. Jetzt soll auch in Kichberg/Pielach ein „Skywalk“ entstehen. Und zwar vom Kirchenberg aus mit Blick auf die Dächer des 3000-Seelen-Ortes im Bezirk St. Pölten-Land.

Die Anrainer am Kirchenberg sind davon wenig begeistert: „Ich bin dagegen. Wegen des Lärms, dem Müll und den vielen Leuten, die dann kommen werden“, sagt Rosemarie Bachinger. Sie wohnt nur wenige Meter vom geplanten Standort des „Skywalks“ entfernt. „Meine Ruhe hier ist dann dahin“, sagt Bachinger. „Der Skywalk ist doch an den Haaren herbeigezogen. Man braucht nur fünf Minuten zu Fuß auf den nächsten Berg gehen, dort hat man eine schönere Aussicht.“ Nini Rauch, ebenfalls Anrainerin, gibt ihr Recht. „Das wird riesig, beleuchtet – einfach gigantomanisch“, meint Rauch.

Vorschlag aus Forum

Beide wissen nicht, warum gerade Kirchberg/Pielach einen derartige Aussichtsplattform brauchen sollte. Bachinger gründete nun gemeinsam mit ihrem Sohn die Facebook-Gruppe „Wollen wir den Kirchberger Skywalk“. 108 Menschen gefällt die Seite schon. Sie soll dem Austausch unter den Bürger dienen. Denn: „Die Gemeinde hat die Bürger nicht miteinbezogen“, meint Bachinger. Vizebürgermeister Franz Singer will das nicht so stehen lassen. „Wir haben die Bürger immer informiert. Der Vorschlag ist sogar von einem Kirchberger im Bürgerforum gekommen“, sagt Singer. Gegen die Facebook-Seite habe Singer jedenfalls nichts. „Ich finde gut, dass diskutiert wird.“ Fix sei der „Skywalk“, den Singer lieber „Aussichtsplattform“ nennt, jedenfalls noch nicht: „Die Ausschreibung läuft. Bis zum 26. September sollten alle Angebote eingeholt sein“, sagt Singer. Erst in der Gemeinderatssitzung im Dezember werde dann über die Zukunft des „Skywalk“ entschieden.

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