Chronik | Niederösterreich
05.12.2011

Keine Gnade in Gnadendorf: Riesenbiber legt Bäume flach

Ansiedlung - Das obere Zayatal mutiert zur Nagerhochburg. Nachdem sich in den vergangenen Jahren schon etliche Biber entlang des Flusslaufes und der Retentionsbecken (Überflutungsteiche für Hochwasser) angesiedelt haben, wanderte nun ein Biber zu den Quellteichen oberhalb von Gnadendorf, Bezirk Mistelbach, aus.

Der Nager kennt kein Erbarmen mit dem Gemeindewald. "Er legt die Bäume reihenweise um", sagt Bürgermeister Franz Schmidt.

Sehr scheu

Bei der Jägerschaft weiß man noch nicht ganz genau, wie man mit dem neuen Eindringling umgehen soll. "Er ist ja sehr scheu, aber es muss ein großes Tier sein", vermutet Wilhelm Tucek beim Lokalaugenschein.

Eigentlich war das an der Straße nach Gaubitsch gelegene Biotop, das mit Quellwasser gespeist wird und aus drei Teichen besteht, als Rückzugsbereich für Hasen, Fasane & Co gebaut worden.

Doch seit geraumer Zeit hat der Biber seine Zelte aufgeschlagen und mit dem Bau von Staudämmen begonnen. Derzeit gibt es mit dem aufgestauten Wasser kein Problem. Im Frühjahr oder bei Starkregen könnte es allerdings laut Bürgermeister eines werden. "Wir beobachten den Biber und seine Tätigkeiten sehr genau", sagt Schmidt. Weil schon mehrmals die Zaya über die Ufer getreten ist, hat die Gemeinde vom Biberschutzbeauftragten der Landesregierung "die Lizenz" zur Vertreibung des streng geschützten Tieres erhalten. "Bei der Zaya hatten wir extreme Schwierigkeiten. Wir räumen die Dämme wieder weg", sagt Schmidt.

Notfalls müsse man auch für die Quellteiche für eine "Räumungslizenz ansuchen.