Chronik | Niederösterreich
21.02.2018

Kein Wiener Applaus für U-Bahn-Wunsch aus NÖ

Niederösterreich lässt derzeit alle Varianten prüfen. Für die Wiener Linien ist ein U-Bahnverkehr über Stadtgrenze hinweg keine Option.

"Die U-Bahn ist ein innerstädtisches Verkehrsmittel." Günter Steinbauer, Chef der Wiener Linien, ist um klare Worte nicht verlegen, wenn es um die U-Bahn-Wünsche der Niederösterreicher geht. Er hält wenig davon, dass das Verkehrsmittel künftig über die Stadtgrenzen hinaus verlängert wird, wie der KURIER bereits berichtete.

Ihn stört, wie euphorisch das Projekt teilweise im nö. Landtagswahlkampf gesehen worden ist. Steinbauer: "Wir möchten jetzt zur Versachlichung beitragen." Mit einer Liste von Argumenten, die gegen eine Verlängerung nach NÖ sprechen: Bei dem Projekt müsste mit Kosten von 100 bis 200 Millionen Euro pro Kilometer gerechnet werden. Steinbauer: "Wenn Geld keine Rolle spielt, kann man natürlich eine eigene Trasse bauen."

Eine Zusammenführung der Trassen von S-Bahn und U-Bahn sei technisch kaum möglich. Oder mit einem zu hohen technischen Aufwand verbunden. Weiters seien im Wiener Umland zu wenige potenzielle Fahrgäste vorhanden. Steinbauer: "Selbst wenn sich Purkersdorf verdoppelt, ist das relativ wenig." Nicht zuletzt wäre man mit der S-Bahn schneller in Wien als mit einer U-Bahn.

Sein Lösungsvorschlag in Richtung Niederösterreich: "Wichtiger wird sein, dass sich beide Bundesländer beim die Stadtgrenze überschreitenden Verkehr noch besser verständigen." Etwa durch eine Vertaktung des S-Bahn-Angebotes.

Zibuschka prüft

Für ÖVP-Verkehrslandesrat Karl Wilfing ist die U-Bahn-Verlängerung weiter ein Zukunftsprojekt, das genau geprüft gehört. Für das Land erarbeitet derzeit der Verkehrsexperte Friedrich Zibuschka die Grundlagen. "Wir schauen uns ganz genau alle möglichen Trassenführungen an", sagt er. Eine mögliche Verlängerung aller U-Bahn-Linien in das Wiener Umland im Hinblick auf Baukosten, Betriebskosten und Fahrgäste. Im Herbst soll alles auf dem Tisch liegen. Zibuschka: "Letztlich ist es dann eine politische Entscheidung."

Da ist er mit Steinbauer auf einer Linie.