Chronik | Niederösterreich
20.04.2012

Junges Paar zeigte Exekutor an

Bei einem Besuch des Gerichtsvollziehers im Weinviertel soll es zu Drohungen und Handgreiflichkeiten gekommen sein.

Wenn der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, wird er selten freundlich hereingebeten. „Jeder zweite Fall ist konfliktbeladen“, sagt Reinhard Hinger, Leiter der Medienstelle des Oberlandesgerichtes Wien. Bei einem Besuch im Weinviertel soll die Situation eskaliert sein. Eine junge Frau und ihr Freund erstatteten gegen den Exekutor Anzeige wegen Körperverletzung. Der Beamte wiederum zeigte das Paar wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt an.

Zu der Begegnung kam es in der ersten Aprilwoche. Kurz nach 8 Uhr Früh stand der Gerichtsvollzieher vor der Tür. „Er hat meinem Freund zwei Zettel entgegengeworfen und ihn weggestoßen“, erzählt die 22-Jährige. Der junge Mann lief daraufhin zu seinem Auto und fuhr zur Polizei.

Kind niedergerannt

Die Frau fragte den Gerichtsvollzieher, was er hier wolle. „Sie fertigmachen“, soll er geantwortet, die Zimmer nach Pfändbarem durchsucht und dabei auch den kleinen Sohn der Frau niedergerannt haben. „Ich habe mich in den Weg gestellt. Daraufhin hat er mich am rechten Unterarm gepackt. Ich bin gegen den Türstock geflogen und auf dem Boden gelandet.“ Vor lauter Angst, erzählt die 22-Jährige, sei sie aus dem Haus gelaufen und habe um Hilfe geschrien. Wenig später traf die Polizei ein.

Die Frau ist seit dem Vorfall in psychologischer Betreuung. „Und ich bekomme Spritzen gegen die Schmerzen im Rücken.“

Der Gerichtsvollzieher schildert die Sache anders – er zeigte das Paar wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt an. „Was wirklich passiert ist, wird untersucht“, sagt Gerichtssprecher Hinger. Der Exekutor selbst verweist auf die Amtsverschwiegenheit.

Die Polizei ermittelt.