Jugendliche plünderten Waffenlager

Waffenarsenal
Foto: SiD NÖ Schwerter, Dolche, und exotische Kampfwaffen: Die Polizei brauchte Tage um die Menge zu erfassen.

Mehr als 20.000 Waffen wurden im Bezirk Baden sichergestellt. Gegen eine eingebürgerte Chinesin wird ermittelt.

Ein riesiges Arsenal von mehr als 20.000 Waffen hat diese Woche die niederösterreichische Polizei im Bezirk Baden ausgehoben. Es hätte über zwei Asia-Shops in Wien und bei Kirtagen gewinnbringend verkauft werden sollen. In einer Lagerhalle in Blumau-Neurißhof  wurden im Zuge einer Hausdurchsuchung 16.300 Messer, Dolche und Macheten, 800 verbotene Waffen sowie 3261 Softguns sichergestellt. Jugendliche, die aus Neugierde ein paar der Kampfwerkzeuge gestohlen hatten, haben die Ermittler auf die Spur des asiatischen Händlerrings gebracht.

Wie so oft hat auch hier der Zufall Regie geführt. "Wir haben bei einem jungen Burschen im Zuge einer Amtshandlung einen Schlagring entdeckt", sagt ein Beamter der Polizeiinspektion Günselsdorf. Der Bursche erzählte, dass die illegale Waffe aus dem riesigen Arsenal stammte, dass eine Gruppe Jugendliche in der Halle in Blumau entdeckt hatte. Der Sohn des Hallenvermieters war durch ein geöffnetes Fenster eingestiegen, hatte sich aus den Kartons bedient und die Kampfwaffen im Bekanntenkreis verteilt oder verkauft. Bei neun Jugendlichen im Alter von 13 bis 17 Jahren stellte die Polizei bisher knapp 90 Messer und ähnliches sicher.

Knochenarbeit

Das wahre Ausmaß des Lagers wurde erst nach Öffnung der Halle deutlich. Es dauerte zwei Tage, bis die Polizei die mehr als 20.000 Waffen erfasst, Kategorien eingeordnet und zum Abtransport hergerichtet hatte. Die Lagerhalle war von der 37-jährigen eingebürgerten Chinesin Wei L. aus Wien-Mariahilf angemietet worden. Die Frau hatte die Waffen anscheinend billig aus China importiert, um sie in ihren Asia-Shops oder auf diversen Märkten zu verkaufen. Laut den gefundenen Zollpapieren waren einige Waffen sogar offiziell als "Kinderspielzeug" deklariert. Die 37-Jährige wird  nach dem Waffengesetz angezeigt, parallel dazu laufen auch gewerberechtliche Überprüfungen.

Das Waffenarsenal füllt derweilen die Keller der Bezirkshauptmannschaft Baden. "Wir haben gesicherte Räume für solche Fälle.  Hier handelt es sich aber um außergewöhnliche Dimensionen", sagt BH Heinz Zimper. Die beschlagnahmten Utensilien sind nun Gegenstand eines Verfahrens. Verbotene Waffen, wie Schlagringe, werden vernichtet.

(kurier / Patrick Wammerl und Markus Foschum) Erstellt am
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