Behindertenparkplatz als größtes Geschenk

Sollenau. Lokal-Gäste blockieren regelmäßig einen Behinderten-Parkplatz. Die betroffene Familie hofft auf eine Lösung.

Als Viktoria vor vier Jahren geboren wurde, schien sie ein normales Kind zu sein. Doch bald zeigten sich erste Anzeichen einer heimtückischen Krankheit. Heute sitzt das kleine Mädchen im Rollstuhl und wird liebevoll von ihren Eltern Sandra und Ferdinand Koihser gepflegt. Das Mädchen soll trotz seiner Behinderung so weit wie möglich ein normales Leben führen.

Dabei versucht man alles, die Auswirkungen der Krankheit zu lindern: Viktoria wird täglich in den Kindergarten gebracht, sie erhält dort eine spezielle Betreuung und kann mit den anderen Kindern spielen. Problematisch gestaltet sich die Parkplatz-Situation vor dem Elternhaus: Zwar gibt es einen eigens gekennzeichneten Behinderten-Parkplatz, doch dieser ist oft besetzt. Besucher des angrenzenden Heurigen-Betriebs verstellen die Fläche. Dabei ist das legal, denn Viktorias Platz darf von allen Fahrzeugen mit Behinderten-Ausweis zugeparkt werden.

Gegen die notorische Parkplatznot wehrt sich nun die Sollenauer ÖVP. „Viktoria kann nicht selbst gehen. Der Weg vom Auto zur Haustür ist für Mutter Sandra Koihser dementsprechend schwierig. Das behindertengerecht umgebaute Auto ist groß und benötigt dementsprechend viel Platz beim Ein- und Aussteigen“, erläutern die ÖVP-Gemeinderäte Martin Kabicher und Hans-Michael Putz. „Viktoria verdient einen menschenwürdigen Umgang.“ Wenn Heurigen-Betrieb herrscht, müssen die Koihsers weite Wege in Kauf nehmen. Dabei sei die Lösung einfach: Mittels eines Zusatzschildes könnte der Parkplatz für das Auto der Koihsers reserviert werden. „Das kostet nicht viel und würde enorm helfen“, sagt Martin Kabicher.

„Suchen nach Lösung“

Bürgermeister Stefan Wöckl (SPÖ) zeigt sich gesprächsbereit und such nach einer Lösung. Dabei soll ein Blumenbeet zum Parkplatz umgebaut werden. „Ideal ist das aber nicht“, argumentiert die ÖVP. „Denn die Einfahrt wäre nach wie vor nicht sichergestellt.“

„Ein eigener Behinderten-Parkplatz wäre das größte Weihnachtsgeschenk für uns“, hofft Mama Sandra Koihser noch auf ein kurzfristiges Weihnachtswunder.

( Kurier ) Erstellt am 21.12.2012