Chronik | Niederösterreich
02.05.2017

Image-Politur wirkt: Immer mehr wollen Job beim Heer

Die Zahl jener, die sich freiwillig melden, steigt seit Jahren rasant an. Die Armee lockt auch wieder mit einer lebenslangen Anstellung.

Reinhard Janko ist Kommandant des Panzergrenadierbataillons 35 in Großmittel in Niederösterreich. Janko ist damit aber nicht nur Soldat, sondern er erfüllt auch die Funktion eines Managers. Denn die Einheit gilt mittlerweile als einer der wichtigsten Arbeitgeber in der Region.

"Im vergangenen Jahr haben wir 50 Personen aufgenommen", erzählt der Oberstleutnant. Mittlerweile sind 300 Männer und Frauen in der Truppe tätig. Werbung für das Bataillon wird praktisch quer durch alle Kanäle gemacht. Ob Instagram oder Facebook – man wirbt intensiv um Personal, das sich auch längerfristig ans Heer binden will.

Mehr Budget

Ein Job beim Bundesheer. Das wird für immer mehr Österreicher zu einer interessanten Alternative. "Wir verzeichnen derzeit einen Zulauf wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr", heißt es dazu aus dem Verteidigungsministerium.

Untermauert wird dies auch durch aktuelle Zahlen, die dem KURIER vorliegen. Gingen im Jahr 2015 noch 2400 sogenannte Freiwilligenmeldungen ein, waren es ein Jahr darauf schon 3900. Und auch heuer rechnet man im Verteidigungsministerium nochmals mit einer deutlichen Steigerung (siehe Grafik). Der Trend gehe in die richtige Richtung wird betont. Erfreut zeigen sich die Verantwortlichen auch darüber, dass immer mehr Frauen zur Armee wollen. 2015 wurden 54 aufgenommen, 2016 waren es beinahe schon doppelt so viele.

Für das neu gewonnene Interesse am Bundesheer sieht Sprecher Michael Bauer gleich mehrere Gründe. Zum einen habe sich das Image deutlich verbessert. Das liegt auch daran, dass wieder Geld vorhanden ist, um Waffen und Gerät zu finanzieren. Dazu kommt, dass das Heer nach Jahren eines rigorosen Sparkurses wieder eine lebenslange Anstellung anbieten kann. Ein weiterer Grund ist, dass in einigen Bereichen die Alterslimits gefallen sind. Ein Beispiel dafür ist die Pilotenausbildung. Mittlerweile gilt: Wer fit ist und die regelmäßigen Tests besteht, darf auch fliegen. Dies führe laut dem Sprecher dazu, dass auch Piloten von Fluggesellschaften einen Wechsel anstreben.

Der Hunger der Armee nach neuen Bediensteten ist aber bei Weitem noch nicht gestillt. In den kommenden Jahren rechnet man im Ministerium mit rund 2000 Abgängen pro Jahr, hervorgerufen vor allem durch Pensionierungen.