Chronik | Niederösterreich
05.12.2011

Im Grünen genüsslich blaumachen

Decke einpacken, Korb bis oben hinanfüllen (lassen) und ein ruhiges Platzerl suchen: Wien ist ein Picknick-Paradies.

Was in Filmen und auf Fotos oft als Familienveranstaltung verkauft wird, ist in den vergangenen Jahren vor allem bei Studenten und Verliebten ein Hit - das Picknick.
An einem sonnigen Tag wird durchtelefoniert, der Ort ausgemacht und das Essen aufgeteilt: Der eine bringt Wein, der andere Salat. Als Appetitanreger sind Sportgeräte wie Frisbee oder Hacky Sack ein Muss.

Romantiker verstecken Kerzen und Blumen im Korb. Beim Date in der Wiese kann man mit Wissen brillieren: Den meisten Quellen zufolge ist das Wort Picknick französischen Ursprungs und kam im 17. Jahrhundert auf. Es setzt sich aus "piquer" (franz. für "aufspießen") und "nique" (franz. für "Kleinigkeit") zusammen. Diese Details könnten einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Kunst im Korb - Vom Schlosspark in die Ausstellung

So beginnt man gerne einen Samstag oder Sonntag: Das Team des Belvedere lädt im Sommer jedes Wochenende unter dem Titel "Frühstück im Grünen" zu einem Ausstellungsbesuch der besonderen Art. Dieser beginnt nämlich mit einem Frühstück im Schlossgarten oder bei Regenwetter in der B-Lounge. Im Anschluss daran gewährt ein Spaziergang durch die Ferdinand- Georg-Waldmüller-Schau Einblicke in das Reich des weltbekannten Malers. Für heute, Sonntag, sind alle Plätze ausgebucht, für die kommenden Wochenenden kann aber wieder reserviert werden.

Bis September, jeden Sa. und So. um 10 Uhr, Unteres Belvedere (3., Rennweg 6), 29 €, 11 bis 18 Jahre: 21 €, Ki. von 6 bis 10: 17 €, Anmeldung erforderlich unter Tel.: 01/79 557-134, www.belvedere.at

Das Geymüllerschlössel in Währing ist ein Geheimtipp: Die Außenstelle des Museums für angewandte Kunst (MAK) beherbergt nicht nur wertvolle Uhren und Möbel, sondern ist von einem idyllischen Park umgeben. Jeden Sonntag wird zum Picknick im Freien eingeladen. Eine Catering-Firma bringt Picknickkörbe mit, der Inhalt kann in der Wiese unter Bäumen oder bei Schlechtwetter im Schlössel verspeist werden.

Bis August, jeden So. 11 bis 17 Uhr, Geymüllerschlössel (18., Khevenhüllerstraße 2), 28 € pro Korb, Tel.: 0664/960 70 75, www.mak.at

Selbst gemacht - Günstig, schnell und sehr gemütlich

Was gut ist, muss nicht unbedingt teuer sein. Gerade beim Picknicken sind die Wahl des Ortes und der Inhalt des Korbes entscheidend. In Wien finden sich zahlreiche Plätze, die sich hervorragend für ein gemütliches Essen im Grünen eignen.

Einige Anregungen für passende Picknick-Plätze: Die Steinhofgründe in Ottakring, der Prater mit seinen zahlreichen Liegewiesen, der Türkenschanzpark , der Pötzleinsdorfer Schlosspark oder für alle, die es gerne zentraler wollen der Burggarten , der Volksgarten und das MuseumsQuartier.

Nicht nur wo, sondern auch was gepicknickt wird, ist wichtig: Wer sich selbst seinen Korb zusammenpackt, sollte ein paar Dinge berücksichtigen. Eine Decke dient der Gemütlichkeit, Flaschen, die sich wieder verschließen lassen, sind sinnvoll und was das kulinarische Angebot betrifft, sind der Fantasie nur wenige Grenzen gesetzt. Obst und Gemüse sind unkompliziert zu transportieren und bleiben lange frisch.

Der oft verschmähte Wurstsalat im Plastikgeschirr muss ja nicht unbedingt dabei sein. Verschiedene Aufstriche und Tsatsiki sind genauso ein Tipp wie Fleischkugerln oder Schinkenkipferln. Eben alles, was man ohne große Patzerei mit den Fingern essen kann. Süße Nachspeisen, etwa Fruchtspieße, nicht vergessen.

Eingepackt - Von Profis kulinarisch versorgt

Es muss ja nicht immer die Wiese sein. Ein Picknick am Wasser hat auch seinen Reiz. Bei der Crêperie an der Alten Donau brechen Romantiker zum Mondschein-Picknick auf. Der Korb ist mit einer Flasche Prosecco im Eiskübel, zwei Sektflöten, einem Baguette mit Schinken, Camembert, Salat, Paradeisern und Oliven gefüllt. Als Dessert ist frisches Obst eingepackt. Zur Auswahl stehen Tret- und Ruderboot oder Elektroboote.

La Crêperie (22., An der Oberen Alten Donau 6), 17 bis 20 oder 20 bis 23 Uhr, Ruder- oder Tretboot 40 € (für 2 Personen), Elektroboot 55 €, Reservierung: Tel.: 01/270 31 00, www.lacreperie.at

Angenehm unkompliziert geht es im Restaurant in der Hermesvilla im Lainzer Tiergarten zu: Anmeldung ist nicht erforderlich. Einfach hinkommen, Bestellung aufgeben, kurz warten und mit dem gefüllten Korb losmarschieren. Angeboten wird der Hermesvilla-Korb mit Vorspeisen, Hauptspeisen und Nachspeisen. Wer mag, kann sich den Inhalt des Korbes auch aus der Karte zusammenstellen lassen. Ein Geheimtipp für Kurzentschlossene.

Restaurant in der Hermesvilla (13., einen Kilometer vom Lainzer Tor), 9 bis 18 Uhr, Hermesvilla-Korb 27 € pro Person, www.hermesvilla.at

Auf dem grünen Areal der Villa Aurora auf dem Wilhelminenberg lässt es sich ebenfalls fein picknicken. Feinschmecker haben die Qual der Wahl zwischen Nobel-, Schäfer- und Schiffspicknick. Die Körbe müssen allerdings ein paar Tage vorher bestellt werden. Mit den Leckerbissen geht es dann zum Aussichtsplateau oder zum großen Spielschiff.

Villa Aurora (16., Wilhelminenstraße 237), tgl. 10 bis 24 Uhr. 98 € pro Korb (für 2 bis 4 Personen), Reservierung unter Tel.: 01/489 33 33