ÖVP-Ortschef Leopold Wimmer wirbt mit „zweiter Chance“

© KURIER/Stefan Straka

Niederhollabrunn
01/21/2015

Ich seh’, ich seh’, was Du nicht siehst

Fünf Tage vor Urnengang sorgen Gegner mit nicht mehr aktuellen Windrädern für Verwirrung.

von Stefan Straka

Es klingt irgendwie paradox, passt aber zum Wahlkampf. Obwohl das Thema Windräder in der Gemeinde längst zu Grabe getragen worden ist, drehen sich die Propeller im Wahlkampf plötzlich wieder fiktiv. Zumindest hat es die ÖVP so aufgeschnappt.

Für die krisengebeutelte Gemeinde (Stichwort Rattenfänger-Affäre) war es ein ruhiger Wahlkampf. Bürgermeister Leopold Wimmer sprach von einer "zweiten Chance" und auch die Bürgerliste von und mit Johann Schachel (Liste Schachel parteilos) war nicht zu einer Schlammschlacht bereit. "Uns ist es ein Anliegen, dass die Gemeinde und die Bewohner wieder das Ansehen bekommen, das sie verdienen", sagt Johann Schachel.

Doch vor einigen Tagen sorgten Windradgegner für neues Aufsehen. Und einer dieser Gegner ist Markus Furch, der auch für die Liste Schachel an der wählbaren dritten Stelle kandidiert.

Was natürlich zu kuriosen Mutmaßungen führt und so mancher glaubt, das Gras wachsen zu hören. "Diese ganze Sache macht mich zornig, weil der Wahlkampf bis jetzt bei uns sehr objektiv abgelaufen ist. Eben Wahlkampf", sagt ÖVP-Gemeindeparteiobmann Jürgen Duffek. "Doch jetzt hat sich die Sache massiv gedreht." Laut Duffek sei das Thema Windenergie für immer abgehakt. Nach zwei negativen Abstimmungen in den Jahren 2004 und zuletzt 2012 wurde das gesamte Gemeindeareal im Vorjahr aus der Windenergie-Zone genommen. "Der Brief von der Landesregierung ist am 20. Mai gekommen. Das muss die Bürgerliste wissen", sagt Duffek. Schachel weiß es auch. "Das ist für uns kein Thema mehr", sagt Schachel.

Der KURIER kontaktierte Furch und befragte ihn zu den Anschuldigungen, dass er die längst abgehakten Windräder als Wahlkampf-Thema missbraucht. "Windkraftgegner bin ich nach wie vor", sagt der Familienvater. Diese Tätigkeit sei aber sein Privatvergnügen und hätte mit der Listen-Kandidatur nichts zu tun. Außerdem sei man gerade auf der Suche nach neuen Verbündeten für einen Verein. "Das hat mit den Wahlen auch nichts zu tun. Der Termin ist vorgezogen worden", meint Furch. Aber auch nach der Wahl müsse man auf der Hut sein. Furch: "Offiziell sind wir aus der Zonierung draußen. Aber wenn der politische Wille da ist, ist man wieder schnell im Rennen."

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