Ein niederösterreichischer Pfarrer sorgt für Wirbel.

© APA/GEORG HOCHMUTH

Niederösterreich
10/01/2014

Heikle Tweets: Geistlicher wird aus Pfarre abgezogen

"Privaten Neigungen" auf Twitter-Account nachgegangen - Diözese reagiert.

Geh auf den Strich, das lohnt sich in deinem Alter“. „Mark, der treibt’s im Park“. Mit Tweets wie diesen hat nun ein Pfarrer aus Niederösterreich den Zorn seiner Vorgesetzten auf sich gezogen. Mittwochnachmittag wurde entschieden, den Priester mit sofortiger Wirkung von der Pfarrseelsorge zu entbinden. Die Gemeinde bekommt nun einen neuen Pfarrer.

Die Plattform „Betroffener Kirchlicher Gewalt“ hatte die Twitter-Nachrichten des Göttweiger Benediktiners öffentlich gemacht. „Er empfiehlt einem jugendlichen Burschen, als Strichjunge zu arbeiten. Wir vermuten hier jedenfalls den Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses“, sagt Sepp Rothwangl, der den Fall aufdeckte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt aber nicht in dem Fall, denn bislang liegt kein strafrechtlicher Tatbestand vor. Es liege lediglich „unrühmliches Verhalten“ vor, hieß es seitens der Diözese St. Pölten. Betont wurde aber, dass das Stift mit alle Betroffenen Gespräche führen werden, um den Sachverhalt genau aufzuklären. Die Göttweiger Benediktiner distanzierten sich sofort von den umstrittenen Nachrichten.

Religionslehrer

Von 2004 bis 2009 war der Pfarrer als Religionslehrer in Hainfeld tätig. Beschwerden gab es damals keine. „Wir waren sehr zufrieden, es hat alles gepasst“, berichtet Hainfelds Bürgermeister Albert Pitterle. Danach wechselte der Pater in eine andere Pfarre im Bezirk St .Pölten und war bis 2011 auch dort in einer Schule tätig. Mittwochnachmittag wusste man in der betroffenen Gemeinde noch nicht, dass der Pater die Pfarrer verlassen muss. Für Mittwochabend wurde ein Gespräch zwischen dem örtlichen Pfarrgemeinderat, dem Pfarrer und einem Vertreter des Stiftes Göttweig angesetzt. Man wolle eine „gemeinsame Lösung“ finden.

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