Chronik | Niederösterreich
23.03.2012

Hanfpflanzen wuchsen in der Wohnung

Marchegger festgenommen / Haftstrafe für verhinderten Studenten

In Marchegg (Bezirk Gänserndorf) sind in der Wohnung eines 23-jährigen Mannes 154 Hanf-Pflanzen entdeckt worden. Ebenfalls sichergestellt wurden 1,2 Kilo bereits verpacktes Cannabiskraut und 9300 Euro Bargeld, das laut dem Beschuldigten aus Suchtgift-Verkäufen stammt. Der mutmaßliche Rauschgifthändler wurde in die Justizanstalt Wien-Josefstadt eingeliefert.

Laut Polizei ist der Verdächtige geständig, seit etwa zwei Jahren Hanf gezüchtet und an zwei Großabnehmer verkauft zu haben. Bei den Männern handelt es sich um einen 25-Jährigen aus dem Bezirk Gänserndorf und einen 23-Jährigen ohne festen Wohnsitz.

Beim älteren der Männer wurden im Zuge einer Hausdurchsuchung etwa 220 Gramm Cannabiskraut sichergestellt. Letztlich wurde auch der unterstandslose 23-Jährige festgenommen und nach Wien-Josefstadt eingeliefert. Er soll seit mehreren Jahren Cannabiskraut und verschiedene Partydrogen in Wien und Niederösterreich verkauft haben. Der Beschuldigte zeigte sich lediglich zum Konsum von Suchtmitteln geständig.

Prozess

Geständnisse legten gestern auch drei Angeklagte im Landesgericht Korneuburg ab. Die beiden jungen Männer und eine Frau hatten Speed aus Deutschland importiert und weiterverkauft und in Unterrohrbach und Wien eigene Cannabis-Plantagen betrieben.

Hauptangeklagter ist ein 20-jähriger Chemielabortechniker aus Wien. „Ich wollte mir einen finanziellen Polster für das Studium schaffen“, erklärt er vor Richter Rainer Klebermaß. Molekularbiologie wäre sein Traumfach gewesen. Stattdessen sitzt er jetzt in Untersuchungshaft.

„Sie schauen nicht aus wie ein Dealer. Aber durch Ihren Beruf kann ich eine gewisse Sachkenntnis voraussetzen“, stellt der Richter fest. Die gibt der junge Mann auch zu. Übers Internet hätte er den deutschen Speed-Händler kennengelernt. 500 Gramm hat er von ihm erhalten und gestreckt weiterverkaufen lassen. Bei der Cannabis-Plantage half ihm seine Lebensgefährtin und auch ein alter Schulfreund unterstützte ihn.

Urteile: 18 Monate, davon sechs hinter Gittern für den Labortechniker. Die Freundin bekommt drei Monate, der Schulfreund sechs Monate bedingt. 2000 Euro, die der 20-Jährige durch den Drogenverkauf verdiente, muss er abführen. Rechtskräftig.