Das 328 Hektar große Jagdrevier wurde Montagabend neu vergeben

© APA/BARBARA GINDL

Tulln
08/27/2014

Großgärtner Starkl neuer Pächter der Goldmann-Jagdgründe

Das Tauziehen ist vorbei – Starkl und seine Söhne greifen für das Revier tief in die Tasche.

von Martin Bernert

"Ich habe kein Angebot abgegeben, warum auch? Ich habe bereits ein Jagdrevier in der Au und eines im Tullnerfeld. Was mir fehlt, ist die Zeit zum Jagen." Mit klaren Worten hatte Gärtnermeister Anton "Toni" Starkl Anfang August auf Anfrage des KURIER sein Interesse am 328 Hektar großen Jagdreviers der insolventen Druckerei Goldmann dementiert. In Jägerkreisen wurde allerdings längst kolportiert, dass Starkl das Revier im Auwald des nördlichen Donauufers unbedingt von der Stadtgemeinde pachten will.

Es war kein Jägerlatein: Montagabend vergab der Gemeinderat im Zuge einer eigens für dieses Thema anberaumten Sitzung das ehemalige Goldmann-Revier. Den im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung ermittelten Zuschlag erhielt eine Bietergemeinschaft; bestehend aus Anton Starkl, seinen beiden Söhnen und dem Tullner Urologen Gerhard Feuchtinger – er ist Schwiegersohn der ehemaligen Goldmann-Eigentümerfamilie.

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Der bis Ende 2028 laufende Pachtvertrag bringt der Stadtgemeinde deutlich höhere Einnahmen als bisher: In Summe zahlen die neuen Pächter rund 50.000 Euro pro Jahr für das Revier. Davon 37.500 Euro in bar; der Rest beläuft sich auf Sachleistungen: Starkl übernimmt für die Stadt unter anderem die Pflege von zwei Kreisverkehren und des Grünraums im Ortsteil Frauenhofen, wo die Firmenzentrale der Gärtnerei steht.

Zwei weitere Angebote für das Jagdrevier lagen deutlich unter jenem von Starkl und Feuchtinger. Nicht bewertet wurde ein Anbot des zweiten Tullner Großgärtners, der Familie Praskac: Das Offert war erst nach Ende der Anbotsfrist eingelangt.

Mit dem neuen Pachtvertrag setzt die Stadt einen Schlusspunkt unter eine lange Auseinandersetzung: Der Ausstieg aus dem Vertrag mit Goldmann kostete Tulln mehr als 200.000 Euro. Dieser Betrag soll nun binnen weniger Jahre wieder in die Stadtkasse fließen.

Im Gemeinderat wurde die Neuvergabe mit breiter Mehrheit beschlossen. Lediglich die Grünen enthielten sich der Stimme: Sie können sich mit der langen Laufzeit des Pachtvertrags und mit der Vermischung von Geld- und Sachleistungen nicht anfreunden.

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