Gefasst: Familie plünderte Opferstöcke

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Seit Jahren soll ein Diebespärchen samt Sohn regelmäßig Kirchen beraubt haben. Jetzt wurden sie von einem Pfarrer ertappt.

Einmal monatlich soll ein 39-jähriger Ungar seit rund drei Jahren einen "Ausflug" nach Österreich unternommen haben. Mit dabei waren Freunde, die Lebensgefährtin und auch der Sohn des Mannes. Ziel waren Kirchen. Doch nicht Religiosität oder Kultur waren die Beweggründe, sondern ganz und gar unheilige Interessen.

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Unter ungebetenen und diebischen Gästen haben Kirchen in ganz Niederösterreich massiv zu kämpfen. Nicht wenige Pfarren versuchen sich mit technischen Mitteln zu helfen, der KURIER berichtete. So installierte auch der Mesner der Kirche von Weißenkirchen in der Wachau nach mehreren Opferstockdiebstählen eine Kamera. Und prompt wurden am 23. Juli zwei Diebe bei ihrer "Arbeit" aufgezeichnet. Eine Fahndung mit Veröffentlichung der Bilder blieb erfolglos. Doch die Frechheit der Diebe war nicht zu überbieten und wurde ihnen nun zum Verhängnis. Denn sie kehrten an den Ort der Straftaten zurück. Der Pfarrer erkannte das Pärchen vom Bild wieder und verständigte die Polizei. Die konnte wenige Minuten später das Duo noch in Weißenkirchen festnehmen.

Der einschlägig vorbestrafte Sandor M., gegen den ein aufrechtes Aufenthaltsverbot besteht, stritt jeden Tatzusammenhang ab. Doch sowohl am Fluchtweg von der Kirche zum Auto als auch dort wurde diverses Tatwerkzeug gefunden. Schließlich legte aber die Lebensgefährtin Rita K. im Beisein ihres 11-jährigen Sohnes ein umfassendes Geständnis ab.

Ihr Lebensgefährte sei mit etlichen anderen Männern seit rund drei Jahren alle paar Wochen nach Österreich gekommen. Jedes Mal wurden Opferstöcke aufgebrochen und geplündert. Pro Tour kamen rund 300 Euro zusammen. Die Gesamtschadenssumme steht derzeit noch nicht fest. Seit Mai 2011 sei auch der kleine Sohn öfter dabei gewesen. Die Mutter wurde angezeigt, der Vater in U-Haft genommen.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011