Gefahr durch überalterte Bäume

Tulln
Foto: Stadtgemeinde Tulln Lokalaugenschein: Team der Stadt Tulln überzeugte sich vor Ort vom schlechten Zustand der Bäume.

Entlang der Zufahrtsstraße zur "Garten Tulln" müssen Bäume weichen. Die Sicherheit der Fußgänger geht vor.


Natur – aber sicher." Unter diesem Motto werden in den kommenden Wochen einige dutzend mächtige Bäume entlang der Zufahrtstraße zur Landesgartenschau "Garten Tulln" gefällt.

"Die Bäume sind so überaltert, dass sogar ganze Stämme abbrechen. Immer mehr Äste sterben ab, die größeren sind gefährlich für die vielen Fußgänger auf diesem Weg", sagt Umweltgemeinderätin Susanne Stöhr-Eißert (ÖVP). Aus Sicherheitsgründen habe man daher die bruchgefährdeten Bäume zum Fällen freigegeben. Baum-Experte Rainer Prosenz assistiert: "Der Bestand ist stark bruchgefährdet, viele Bäume sind bereits umgefallen. Die bruchgefährdeten Bäume müssen entfernt werden."

Wie viele Bäume der Motorsäge zum Opfer fallen, konnte im Rathaus niemand genau sagen. Die Rede war von rund 30 betroffenen Laubbäumen. Ersatzpflanzungen sind vorgesehen, die verbleibenden Jungbäume sollen durch die Fällungen mehr Platz zum Wachsen bekommen.

Die Überalterung der Bäume stellt auch Umweltstadträtin Liane Marecsek (Grüne) nicht in Frage – einverstanden ist sie mit der Rodung trotzdem nicht: "Das ist eigentlich ein Stück Auwald, da gehören umfallende Bäume als Totholz zum natürlich Kreislauf, und das Betreten erfolgt auf eigene Gefahr." Hier räche sich das Anlegen der Landesgartenschau, wofür ein Teil der Au weggenommen wurde. "Nun gelten auch für das umliegende Areal Sicherheitsbedenken und man greift erneut in den Kreislauf der Natur ein", sagt Marecsek.

Neulengbach

Auch in Neulengbach widmet man sich  intensiv den Bäumen. Erst vor Kurzem hat sich die Gemeinde vom Experten Christian Rohr beraten lassen. "Oberste Priorität hat die Verkehrssicherheit", sagt Stadtrat Alfred Störchle (ÖVP).  Bedauerlicherweise gebe es immer wieder Anrainer an öffentlichen Straßen,  die ihrer Pflicht nicht nachkämen, meldet die Gemeinde. Zeitgerechtes Zurückschneiden der Bäume und Sträucher, etwa um freie Sicht auf eine Kreuzung möglich zu machen, spare Unannehmlichkeiten. In letzter Konsequenz kann  die Bezirkshauptmannschaft das Zurückschneiden per Bescheid vorschreiben. Es geht  der Gemeinde aber auch um das Ortsbild.   Störchle: "Das Erscheinungsbild darf nicht außer Acht gelassen werden."

Biber: Behörde prüft derzeit Antrag auf "Abfang"

Die Biber knabbern fröhlich weiter", berichtet ein Bewohner Neulengbachs. Die Gemeinde ortete  bereits vor Wochen Gefahr  in Verzug, vor allem in Hinblick auf mögliche Überschwemmungen bei Hochwasser durch Bauten des Nagers. Sie informierte das Bibermanagement Niederösterreich und  stellte den Antrag auf Abfang und Tötung der Tiere. Er wird gerade geprüft – und das sehr genau. Denn der Biber ist ein geschütztes  Tier.   "Das Verfahren läuft", ist aus der Naturschutzabteilung des Landes zu hören.    Doch die Saison, wo das Fangen erlaubt ist,  endet mit Anfang April: Dann besteht bis Herbst keine Möglichkeit mehr, die Tiere einzufangen.

Es gibt aber auch andere Varianten, die Probleme zu lösen. "Wir müssen schauen, dass wir den Stau wieder wegbringen", sagt   Karl Gfatter, Gemeinderat und Wasserverbandsobmann. Er spricht vom Anzbach und dem Biberbauwerk. "Nächsten Dienstag ist eine Begehung", erklärt er. Denn damit der Bau entfernt werden darf,  braucht es einen Bescheid.

(KURIER) Erstellt am
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