Chronik | Niederösterreich
20.09.2017

Gas drang durch ein Leck ins Gebäude: Einfamilienhaus explodiert

Sechsjähriger Sohn war zum Glück in der Schule, die Mutter wurde schwer verletzt.

Ein Gasleck dürfte die Ursache für die verheerende Explosion Mittwochvormittag in Aspersdorf in der Gemeinde Hollabrunn, NÖ, gewesen sein. Die Detonation hat ein erst kürzlich errichtetes Einfamilienhaus in Schutt und Asche gelegt. "Es gab einen Riesenknall, die Erde hat gebebt, dann haben wir Schreie gehört. Ich bin zum Fenster gegangen und habe gesehen, dass das Haus explodiert ist", beschreibt Nachbarin Isabella Neesen die Szenen, die sich um 9.45 Uhr in der 372-Seelen-Ortschaft ereignet haben.

Die Augenzeugin ist mit ihrer Familie dann sofort der Nachbarin zu Hilfe geeilt: "Sie war völlig verstört und geschockt, hat nach ihrem Hund geschrien, der dann noch rausgekommen ist." Nur kurze Zeit später waren die ersten Einsatzkräfte vor Ort. Die 37-jährige Silvia S. musste mit schweren Verbrennungen im Gesicht und an den Händen auf die Verbrennungsstation ins AKH Wien geflogen werden. "Sie musste auch intubiert werden, weil sie Gas eingeatmet hat", schildert ihr Lebensgefährte Franz A. Dass Gas die Explosion ausgelöst hat, ist für den Trafikanten fast wie Hohn. "Wir wollten extra nie Gas im Haus haben, damit so etwas nicht passieren kann."

Evakuierung

Der gesamte Straßenzug, rund 15 Häuser, wurde nach der Explosion evakuiert und großräumig abgesperrt. Als klar wurde, dass das Gas durch die Kanalisation beziehungsweise das Erdreich in das Haus gedrungen war, wurden weitere Häuser evakuiert. Wo genau das Leck liegt, war Mittwochnachmittag noch Gegenstand von Ermittlungen. "Wir gehen jedes Haus in dem Straßenzug durch und messen", sagt EVN-Sprecher Stefan Zach.

"Es handelt sich um eine neu errichtete Siedlung in der die Gasleitung in der Straße liegt. Das betroffene Haus selbst war nicht angeschlossen, es gibt aber eine Stichleitung zum Grundstück die mit einem T-Stück verschlossen sein sollte", erklärt der Chef-Brandermittler des nö. Landeskriminalamtes, Erich Rosenbaum. Der Bereich muss nun mit Baggern aufgegraben werden um die Ursache zu finden. Außerdem wurden rund um den Straßenzug Probebohrungen mit Gasmessungen durchgeführt, um die Konzentration im Erdreich festzustellen.

Die Anrainer sind geschockt. "Ich bin nur froh, dass der sechsjährige Sohn von der Familie diesen Herbst mit der Schule begonnen hat und nicht zu Hause war", sagt die 43-jährige Anrainerin Renate Riedmayer.

80 Meter geflogen

Trümmer des Einfamilienhauses flogen bis zu 80 Meter weit. Lena R. wurde von ihrer Schwiegertochter, die am Vormittag arbeiten musste und deren Haus sich vis-à-vis vom explodierten Gebäude befindet, geschickt, um nachzusehen, ob alles in Ordnung ist. "Es ist eine Katastrophe, was passiert ist", sagt sie. Die Nachbarn halten aber zusammen. Wann sie wieder in ihre Häuser können, ist noch unklar.