Chronik | Niederösterreich
05.12.2011

Frühe Dämmerung lockt Einbrecher

Das östliche NÖ ist derzeit wieder das Ziel von Einbrecherbanden, die sich die Dämmerung zu Nutze machen.

Im Schutz der Dämmerung gehen derzeit wie alle Jahre Einbrecher auf Beutefang. Das Prinzip ist einfach: Ein unbeleuchtetes Haus am späten Nachmittag ist ein Signal für die Täter. "Nur selten werden Häuser vorher längere Zeit ausgekundschaftet. Die Täter fahren durch die Siedlungen und sehen durch die früh einsetzende Dämmerung, wo noch niemand zu Hause ist", sagt ein Ermittler aus Mödling. Man versucht mit Schwerpunktkontrollen zu reagieren, aber "man kann das schwer steuern". Der einfachste Schutz ist Licht (gesteuert durch Schaltuhren), das Anwesenheit vortäuscht und abschreckt.

Fahrräder im Visier

Auch im Bezirk Baden ist man mit dem Phänomen beschäftigt: Schon 25 "Dämmerungseinbrüche" wurden seit Anfang Oktober verzeichnet. Dazu kann ein neuer "Trend" beobachtet werden: "Es werden ganz gezielt teure Fahrräder aus Kellerabteilen und Tiefgaragen gestohlen. Es sind mehrere Gruppen unterwegs", sagt ein Badener Polizist. Der Abtransport über die nahe Grenze erfolgt meist mit Kastenwagen. Fahrzeuge, die verdächtig langsam durch Siedlungen fahren, sollten sofort gemeldet werden. "Leider erfolgt das oft viel zu spät, wenn die Täter schon über alle Berge sind", so ein Polizist.

Die Nähe zum Osten macht auch den Bezirk Bruck/Leitha zu einem begehrten Ziel für Einbrecher. Nur für wenige Stunden kommen sie ins Land, um danach über die A 4 zu flüchten. "Wir haben oft mit Einbruchstouren zu tun", erzählt eine Ermittlerin. Dabei werden vornehmlich Gartentüren und Kellerfenster aufgebrochen, ohne dass die Bewohner etwas bemerken. "Wenn die Menschen den Schaden erkennen, sind die Täter bereits über alle Berge", heißt es. Infos zu Schutzmaßnahmen gibt es auf jeder Polizeidienststelle.

Disziplin am Punschstand

Bei einem anderen "Saisonthema" gibt es eine deutliche Besserung: Beim Alkohol. "Es ist ein Umdenken zu bemerken. Die Leute wissen, dass bei Adventmärkten mit Punschhütten mit Kontrollen zu rechnen ist. Bei Jugendlichen haben wir schon öfter erlebt, dass in einem Auto zwar alle Mitfahrer deutlich angetrunken sind, aber der Fahrer nüchtern ist. Da gibt es mehr Disziplin", sagt ein Mödlinger Polizist.