Frecher Raddieb kam nicht weit

Foto: Reibenwein Michaela

Direktor, Lehrer und Schulwart verfolgten den 28-jährigen Tschechen und schnitten ihm den Fluchtweg ab.

Fahrraddiebe haben in Zellerndorf, Bezirk Hollabrunn, keine Chance. Das musste ein 28-Jähriger aus Tschechien Montagmittag erleben. Der Mann schnappte sich vor der Volks- und Hauptschule eines der abgestellten Räder. Doch er hatte nicht mit den Adleraugen der Schulwartin und der Entschlossenheit dreier Männer gerechnet.

„Die Frau vom Schulwart hat gerade die Fenster geputzt, da hat sie den unbekannten Mann bei den Radständern gesehen“, erzählt Direktor Willi Ostap. Der Mann mit Flinserl griff nach einem unversperrten Mountainbike und wollte davonfahren. „Sie hat ihn angesprochen, aber der Mann hat gar nicht reagiert.“

Die Frau informierte ihren Mann – Schulwart Ernst Graf. Und der setzte sich sofort ins Auto und folgte dem Raddieb. Hauptschullehrer Josef Rohringer ermittelte inzwischen den Besitzer des Rades – den 15-jährigen Thomas Wally. Und der Direktor fuhr mit dem Burschen direkt zur Polizei und machte eine Anzeige.

„Dann hab’ ich mir gedacht, ich schau noch zum Bahnhof, vielleicht seh ich etwas“, sagt der Direktor. Und tatsächlich – das Rad war dort abgestellt. Schulwart und Lehrer waren ebenfalls schon vor Ort. Doch vom Dieb mit dem auffälligen Flinserl fehlte jede Spur. Also machten sich das Trio auf die Suche – und fand den Mann bei der Bahnunterführung. „No, samma mit dem Radl hergefahren?“, fragte ihn der Direktor. Doch der Unbekannte reagierte wieder nicht, und wollte das Weite suchen. „Wir sind ihm nach und als er gemerkt hat, dass wir schneller werden, ist er über die Bahngleise weggelaufen“, erinnert sich Ostap. Schulwart Graf war in der Zwischenzeit aber schon wieder im Auto und schnitt ihm den Fluchtweg ab. Die bereits informierte Polizei erledigte den Rest.

Der Mann wurde festgenommen und auf freiem Fuß angezeigt. Laut Polizei ist der gelernte Verkäufer geständig.

„Ich bin sehr froh, dass ich mein Rad so schnell wieder bekommen habe“, freut sich der 15-jährige Thomas sichtlich.

(kurier) Erstellt am
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