Chronik | Niederösterreich
07.03.2017

FP-Stadtrat: "Kebap-Ali" passt nicht auf Hauptplatz

In Wiener Neustadt muss Alihan Turgut mit seinem Kebap-Stand vom Hauptplatz weichen. Grüne starten nun eine Petition.

Mit dem Bau des neuen Marienmarktes am Wiener Neustädter Hauptplatz ändert sich auch einiges für die eingesessenen Marktstandler. Einen trifft die Umstellung besonders hart. Nach elf Jahren bedeutet es das Aus für Alihan Turgut, genannt "Kebap-Ali". Der in den 90er-Jahren eingewanderte Türke verkauft am Hauptplatz Kebap, Dürüm, Sandwiches, Veggie-Burger und vieles mehr. Vor einigen Tagen bekam er Post vom Wiener Neustädter Marktamt, wonach sein bereits 2016 abgelaufener Bescheid nicht verlängert wird.

Während es für jene Markstandler, die nicht im neuen Marienmarkt unterkommen, einen alternativen Stellplatz in der Innenstadt gibt, schaut "Kebap-Ali" durch die Finger. Es wäre für ihn nach elf Jahren in der Stadt nicht nur das wirtschaftliche aus, sondern auch das Ende seiner Existenzgrundlage. Die Wiener Neustädter Grünen, die eine Petition für den Kebap-Stand ins Leben gerufen haben, orten dahinter eine politisch motivierte Aktion.

"Wo war die Hilfe der Grünen für die heimischen Wirte, als das Rauchverbot oder die Registrierkassenpflicht eingeführt wurden?", sagt der zuständige FPÖ-Stadtrat, Udo Landbauer. Die Entscheidung des Marktamtes hänge damit zusammen, dass man mit dem Marienmarkt einen neuen Branchenmix festgelegt habe. Wegen der vielen anderen Kebap-Lokale in der Innenstadt gäbe es daher keinen Bedarf für einen weiteren mobilen Stand. "Wir haben eine alte Tradition an Würstelständen, aber auch hier geht es nicht, dass einer neben dem anderen steht und ein Überangebot da ist", erklärt Landbauer.

Auf Facebook äußerte sich Landbauer allerdings ein wenig anders. Zum "Thema #kebapgate", schreibt er, dass er dazu stehe, "dass ein solcher Stand nicht auf den wunderschönen Hauptplatz unserer Stadt passt. Es wird auch niemanden überraschen, dass ich mich nicht mit Nachdruck für noch mehr Kebapstände einsetze."

Alihan Turgut will sich mit einem Rechtsanwalt gegen die Entscheidung des Marktamtes wehren.