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Chronik Niederösterreich
12/05/2011

Flut, Rauch und Explosionen

Nahe Drasenhofen wurde ein Hochwasser-Szenario erprobt, in der Mistelbacher Kaserne flogen Munition und Tankstelle in die Luft.

von Michaela Reibenwein

Eine Katastrophe kommt selten allein: Während nahe Drasenhofen das Hochwasser wütete, explodiert die Kaserne in Mistelbach. Hunderte Einsatzkräfte eilten zu den Unglücksstellen - und probten mit Rettern aus Tschechien und der Slowakei den Ernstfall.

Feuerwehrmänner aus den Bezirken Gänserndorf und Mistelbach hatten ihre Zelte am Stausee Nove Mlyny aufgebaut. Sie halfen den tschechischen Kameraden, eine (inszenierte) Naturkatastrophe zu bewältigen: Bei einem Hochwasser mussten eingeschlossene Menschen gerettet werden. Taucher, Rettungsboote, Hubschrauber und ein Schwimmpanzer kamen zum Einsatz. Schwimmbare Fähren mussten gebaut werden, um zu den Opfern zu gelangen. "Nach der Hochwasser-Katastrophe 2006 an der March haben wir eine verstärkte Zusammenarbeit vereinbart. Und die trägt bereits Früchte", stellt Landesfeuerwehr-Kommandant Josef Buchta zufrieden fest. "Trotz unterschiedlicher technischer Ausstattung und Einsatztaktik funktioniert die Zusammenarbeit. Und die ist bei Katastrophen-Einsätzen in der Grenzregion unerlässlich", sagt Landesrat Stephan Pernkopf. Das größte Hindernis ist aber noch immer die Sprache. "Speziell in der Grenzregion gibt es für die Freiwilligen Sprachkurse. Die werden ganz gut angenommen", erklärt Feuerwehr-Sprecher Franz Resperger.

Massen-Einsatz

Wenige Kilometer weiter in Mistelbach lässt ein lauter Knall die Übung beginnen: Am Gelände der Kaserne explodiert das Munitionslager. Wenig später fängt auch die nahe Tankstelle Feuer. Rund hundert Menschen werden verletzt. Blutende Wunden, bewusstlose Opfer, schwierige Bergungen - all dem müssen sich die Retter des Roten Kreuzes stellen. Dabei werden sie beobachtet - der Extremtest bietet die Möglichkeit, Schwachstellen zu erkennen und auszumerzen.

Eine dieser Schwachstellen spricht Landesrettungskommandant Fritz Eigenschink sofort an: "Der grenzüberschreitende Hilfseinsatz befindet sich im rechtsleeren Raum." Landesrat Pernkopf verspricht Unterstützung: "Da müssen wir die rechtlichen Maßnahmen nachschärfen."

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