Stein ist ein Hochsicherheitsgefängnis

© APA/HELMUT FOHRINGER

Krems/Stein
09/30/2016

"Felsen" könnte dem Uni-Campus weichen

Die Gespräche über eine Absiedlung der Haftanstalt haben wieder Fahrt aufgenommen.

von Johannes Weichhart, Patrick Wammerl

"Ich habe eine Vision", sagt Ulrike Prommer. Die Geschäftsführerin der IMC Fachhochschule Krems hofft, dass eines Tages die Studenten vom Campus zur Donau wandern können. Dieser Vision ist derzeit noch der "Felsen" im Weg, wie das Hochsicherheitsgefängnis Krems-Stein im Häfen-Jargon genannt wird. Für Prommer ist das Gefängnis deshalb auch eine Art "Fremdkörper" – in einem Stadtteil, der durch den Uni-Campus und die sich im Bau befindlichen Landesgalerie immer mehr an Bedeutung gewinnt.

Vielleicht muss sich die Geschäftsführerin aber gar nicht mehr so lange gedulden. Denn KURIER-Informationen zufolge soll es derzeit wieder intensive Gespräche über eine mögliche Absiedlung der Haftanstalt geben. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür aber nicht. Bereits im Jahr 2015 soll die Donau-Universität Krems mit dem Justizministerium in Kontakt getreten sein. Die Uni habe demnach großen Platzbedarf und wäre an der Anstalt, die immerhin so groß ist, um 800 Insassen zu beherbergen, sehr interessiert. Dem Vernehmen nach waren zwei Lösungsvarianten im engeren Gespräch. Zum einen eine Liegenschaft nahe dem Flughafen Krems-Gneixendorf, wo ein Neubau der Justizanstalt im Gespräch war.

"Eine andere Variante, die am Tisch gelegen ist, war ein Umzug der Justizanstalt in die damals leer stehende Radetzky-Kaserne in Horn", berichtet ein Insider aus der Justizanstalt Stein.Allerdings wurde dieser Plan wieder verworfen, nachdem Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil Teile der Einsparungen beim Bundesheer rückgängig machte. Die Kaserne steht somit nicht mehr zur Verfügung, bereits Anfang Mai rückten 230 neue Rekruten in Horn ein.

Für Rechtsanwalt Christian Hirtzberger, der den "Arbeitskreise Welterbe Wachau" leitet, wäre ein Neubau der Haftanstalt an einem anderen Ort jedenfalls ein Gewinn für die Region. "Zwischen Bildung und Kultur Mauern mit Stacheldraht zu haben, ist sowieso kein Zustand."

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