Chronik | Niederösterreich
24.01.2018

Fall Kührer: Wichtige Zeugin versetzte das Gericht

Nun muss ein neuer Termin angesetzt werden.

Die unendliche Geschichte ist um ein Kapitel reicher: Der Fall Julia Kührer (die 16-Jährige verschwand 2006 in Pulkau, Anm.) – und der daraus folgende Wiederaufnahmeantrag des wegen Mordes Verurteilten Michael K., bleiben ein Fall für die Justiz.

Am Mittwoch hätte im Landesgericht Korneuburg verhandelt werden sollen. Zu Wort kommen sollte auch eine junge Frau – sie war bei einer Party dabei, als Thomas Sch., Julias letzter Freund, gesagt haben soll: "Wir müssen ihm (einem Drogenkonsumenten, Anm.) helfen, sonst geht es ihm so wie der Julia". Allein: Die Zeugin tauchte nicht auf. "Sie hat die Ladung persönlich übernommen. Warum sie nicht gekommen ist, weiß keiner", sagt Wolfgang Blaschitz, Anwalt von Michael K. Ein neuer Termin wird ausgeschrieben.

Keine Erinnerung

Jennifer K., die fehlende Zeugin, wird dann vermutlich von der Polizei vorgeführt. Und nach ihrer Befragung soll Thomas Sch. dazu Stellung nehmen. Ebenso wie sein damals bester Freund Anton N. Der konnte sich gestern an kein derartiges Gespräch erinnern. Was daran liege, dass damals Alkohol und Drogen konsumiert worden sein sollen.

Ausständig sind auch noch Stellungnahmen von Sachverständigen zu neuen Gutachten. Die Frist für die Stellungnahme läuft in rund zwei Wochen ab. Der jüngsten Expertise (im Auftrag Blaschitz’) sei "erstmals eine wahrscheinliche Todesursache" der 16-Jährigen, "nämlich eine letale Überdosis der Substanz Methamphetamin ( Crystal Meth)", zu entnehmen, hatte der Rechtsanwalt im Dezember erläutert.

Michael K., der seine Haftstrafe in Krems-Stein absitzt, sei zuversichtlich, sagt sein Seelsorger, der ihn auch zu diesem Gerichtstermin begleitete. "Ich glaube ihm, dass er unschuldig ist."