© Polizei

Chronik | Niederösterreich
02/08/2012

Fall Kührer: DNA-Spuren lassen noch hoffen

Aufgrund der Gutachten können einige Todesursachen ausgeschlossen werden. So ist das Mädchen nicht an einer Überdosis Heroin gestorben.

Im Fall Julia Kührer liegen nun die endgültigen Ergebnisse aller gerichtlichen Gutachten vor. Die Todesursache konnte nicht mehr festgestellt werden. Trotzdem kommt der Gerichtsmediziner zu dem Schluss, dass Julia Kührer eines gewaltsamen Todes gestorben sein dürfte. Die letzte Hoffnung der Ermittler beruht nun auf weiteren DNA-Spuren aus einem der Autos des tatverdächtigen Michael K. Die Tests sollen in vier bis sechs Wochen ausgewertet sein.

„Die Annahme, dass Julia Kührer einer Gewalttat zum Opfer gefallen ist, liegt vor allem in der geringen Wahrscheinlichkeit, dass eine 16-Jährige eines natürlichen Todes stirbt“, sagte der Anwalt von Michael K., Farid Rifaat. Die konkrete Todesursache konnte zwar keines der Gutachten klären, dafür kann man nun weitere Todesursachen ausschließen. So schließt das chemische Gutachten aus, dass Julia Kührer an einer Überdosis Heroin oder Morphin gestorben wäre.

Ganz ad acta gelegt ist aber auch die Theorie eines drogeninduzierten Todes noch nicht: „Das Gutachten schließt nicht aus, dass Julia Kührer an einer Überdosis Kokain oder Speed gestorben ist. Und diese Drogen sind unter jungen Menschen verbreiteter als Heroin“, sagte Rifaat.

Todeszeitpunkt

Klarheit bringen die Gutachten in der Frage nach dem Todeszeitpunkt. Die Untersuchung des Gebisses lässt auf einen Tod unmittelbar nach dem Verschwinden schließen. Auch dürfte die Leiche erst nach der Tat in den Keller des Grundstücks von Michael K. in Dietmannsdorf gebracht sein worden.

Laut Brandgutachten wurde die Leiche, sie war in eine blaue Decke gehüllt, mit Heizöl oder Diesel-Benzin übergossen und angezündet.

Trotz der bescheidenen Ergebnisse der Gutachten ist die Staatsanwaltschaft weiter bemüht, „Licht ins Dunkel zu bringen“. Staatsanwalt Friedrich Köhl sagte, dass weitere DNA-Tests in Auftrag gegeben wurden. So wird eines der Autos von Michael K. weiter auf Spuren von Julia Kührer untersucht. Aus Kostengründen wurden diese weiteren Tests erst vergangene Woche in Auftrag gegeben. Michael K. und Kührers Ex-Freund gelten weiter als tatverdächtig.