Explosive Gasblase unter Kontrolle

Experten der OMV konnten das Bohrloch auf einer Baustelle in Niederösterreich, aus dem Methangas strömte, abdichten.

Nach mehr als 27 Stunden war die Explosionsgefahr gebannt. Durch einen unglücklichen Zufall hatte Montagvormittag eine Bohrfirma auf einer Hausbaustelle im kleinen Ort Erla im Bezirk Amstetten (NÖ) eine Methangasblase angestochen. Das aus 127 Meter Tiefe austretende Gas-Wasser-Gemisch versetzte die Siedlung in Angst und Schrecken.

Am Dienstag zu Mittag konnte der Alarm nach einem Spezialeinsatz der OMV aufgehoben werden. Schon ein kleiner Funken durch ein Metallstück oder eine statische Aufladung hätte genügt, und die Gasquelle wäre explodiert. "Die Gefahr ist aber nur unmittelbar beim Bohrloch extrem hoch", schränkte Einsatzleiter Gerhard Haider von der Feuerwehr Erla ein.

Um jedes Risiko auszuschließen, wurde ein Areal im Umkreis von 150 Metern zur Sperrzone erklärt. Eine Nachbarin musste ihr Haus räumen. Für diese Liegenschaft und zwei Rohbauten kappten die Einsatzkräfte die Stromzufuhr.

Messungen

Gasaustritts. Direkt beim Bohrloch bestand höchste Explosionsgefahr
© Bild: KURIER/Atzenhofer

Im Stundentakt erkundeten Feuerwehrtrupps die ganze Nacht über, wie hoch die Konzentration des ausströmenden Gases war. Unvermindert brodelte es auch noch Dienstagfrüh aus der Tiefenbohrung, die für eine Erdwärmeheizung des betroffenen Häuslbauers gedacht war.

"Für mich ist klar, dass für die Verfüllung der Bohrung nur Spezialisten der OMV in Frage kommen", sagte Gerald Rigler, der Chef der Bohrtechnikfirma aus Mitterkirchen in Oberösterreich. Auf unterirdische Gasseen treffen seine Bohrtrupps ein bis zwei Mal pro Jahr. Eine derartig ergiebige Blase sei aber selten.

Für die Dienstagvormittag eingetroffenen OMV-Experten war das sogenannte Killen der Gasquelle Routine. Sie mischten eine schwere Salzwasserlösung an, pumpten sie in die Tiefe und drosselten so den Gasdruck. Danach wurde das Loch mit Zement verfüllt. Die Feuerwehr führte bis 22 Uhr weiter halbstündlich Messungen durch. Dann sollten Sperrzone und evakuiertes Wohnhaus freigegeben werden.

Ob der nicht anwesende Bauherr weiter mit Erdwärme heizen will, konnten weder der Bürgermeister noch Firmenchef Rigler sagen. Klar war für ihn, dass die Einsatzkosten über die Haftpflichtversicherung der Firma abwickelt werden.

( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011