Chronik | Niederösterreich
13.12.2017

Explosion: Gas fließt wieder in Richtung Italien

Das Unglück geschah bei der Inbetriebnahme einer neuen Filteranlage

Die Gasschleuse in Richtung Italien ist seit Dienstagnacht wieder geöffnet. Nach der verheerenden Explosion Dienstagfrüh in der niederösterreichischen Gaspumpstation Baumgarten (Bezirk Gänserndorf) wurde ein Teil der Anlage wieder hochgefahren. Das Gas fließt durch die unbeschädigten Leitungen der Verdichterstation wieder quer durch Österreich in den Süden Europas.

Weiter geht indes die Ursachenforschung zu dem Unglück. Nach derzeitigem Ermittlungsstand hat ein Defekt an einer neu installierten Filteranlage eine unglückliche Kettenreaktion ausgelöst, worauf es zur Detonation kam. Der 32-jährige Sicherheitsmitarbeiter des TÜV (Technischer Überwachungsverein), Mathias S., war gerade mit der Abnahme der Anlage beschäftigt, als es binnen Bruchteilen von Sekunden zu einer 50 Meter hohen Stichflamme und Temperaturen um 1000 Grad Celsius kam. Der begeisterte Mountainbike-Sportler hatte aufgrund der unvorstellbaren Wucht der Detonation keinerlei Überlebenschance. Mathias S. hinterlässt eine Frau.

Schaulustige

Nun geht es darum heraus zu finden, wieso der 32-jährige sterben musste und 20 Mitarbeiter im Umfeld verletzt wurden. Der Schaden geht darüber hinaus in die Millionen. Mittwoch waren neben Technikern der Betreiberfirma Gas Connect Austria, Brandermittler des nö. Landeskriminalamtes sowie Sachverständige der Kriminaltechnischen Zentralstelle des Bundeskriminalamtes mit der Ursachenforschung auf der Anlage beschäftigt. Auch Vertreter diverser Versicherungen haben großes Interesse an der lückenlosen Aufklärung des Unglücks.

Alle Beteiligten werkten fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Auch wenn etliche Schaulustige den abgelegenen Weg wählten, um einen Blick auf die Unglücksstelle zu erhaschen – der westliche Teil, in dem es zur Detonation kam und in dem sich ein riesiger Explosionskrater gebildet hatte, wurde mit Zäunen und Sichtschutz abgesperrt. Laut Polizei müssen noch Sachverständige eingebunden werden, die klären sollen, wieso der Defekt an der Filteranlage einen Brand oder Funkenflug ausgelöst hat.

Ein Großteil der betroffenen Mitarbeiter war einen Tag nach dem Unglück bereits in Baumgarten schon wieder vor Ort. Etliche mit Verbänden an Armen und am Kopf. Andere kamen extra, um ihre Habseligkeiten aus den geschmolzenen Autos zu retten. Auch jener Mann, der am Dienstag als schwer verletzt eingestuft und ins Wiener AKH geflogen wurde, konnte das Spital bereits verlassen.