Ex-Eisenbahner fordert Ausbau der Schiene

Foto: Jürgen Zahrl

Zug statt Auto“, predigt Verkehrsexperte Hermann Knoflacher. Damit spricht er vielen, regionalen Bahnfreunden aus der Seele. Zu denen gehört Gerald Hohenbichler aus Limberg bei Maissau. Seit Jahren kämpft der ehemalige Eisenbahner, 50, für den Ausbau der Franz-Josefs-Bahn. „Anstatt die Linie zu verbessern, werden die Verbindungen immer schlechter und langsamer“, ärgert sich Hohenbichler.

Früher sei die Verbindung zwischen Wien über Gmünd und Prag nach Berlin eine mitteleuropäische Lebensader gewesen. „Der Paradezug Vindobona fährt aber seit 20 Jahren nicht mehr auf den Schienen der Franz-Josefs-Bahn, obwohl diese Strecke die kürzeste Verbindung nach Deutschland wäre“, erklärt Hohenbichler. Ursprünglich hätte die Verlegung auf die Nordbahn – während der Elektrifizierung der Franz-Josefs-Bahn in den 1980-er Jahren – nur eine vorübergehende Lösung sein sollen. „Doch daraus ist eine dauerhafte Einrichtung geworden“, bedauert Hohenbichler.

Der Ex-Eisenbahner sieht Handlungsbedarf, „damit nicht noch mehr infrastruktureller Schaden im Waldviertel anrichtet wird“. Die Region brauche so schnell wie möglich einen überparteilichen Verein, der sich gegen die „komplette Demontage“ der Franz-Josefs-Bahn stemmt, meint er provokant. Hohenbichler fordert die regionalen Politiker auf, statt Lippenbekenntnissen echte Maßnahmen zu setzen. „Es gibt viele Möglichkeiten, die Bahnlinie zu verbessern, ohne viel investieren zu müssen“, so Hohenbichler. Am Ende des Ausbauprozesses sollte aber wieder ein zweites Gleis durch das Waldviertel existieren.

(kurier) Erstellt am
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