Vom Treibstoff über Brot und Lebensmittel, vom Kaffee bis zur Tageszeitung: Es gibt kaum etwas, das man im Shell-Shop nicht findet

© KURIER/Gilbert Weisbier

Maissau
10/22/2014

Erfolg mit breiter Angebotspalette

Jürgen Zanitzer hat seine Tankstelle zum Multifunktionszentrum gemacht.

"Wir haben sehr lange geplant, aber jetzt ist unser Konzept ein großer Erfolg", strahlt Jürgen Zanitzer. Der junge Unternehmer hat auf den Erfolg seines Vaters aufgebaut und aus einer "ganz normalen" Tankstelle in Maissau, Bezirk Hollabrunn, einen Nahversorger gemacht, der in der umfassenden Kombination nur schwer zu überbieten ist.

An der Grenze von Wald- und Weinviertel sind vor einem Jahr zusätzlich zur Tankstelle ein Bistro, ein Supermarkt und eine Trafik entstanden, die kaum einen Wunsch offen lassen.

"Wir haben 365 Tage im Jahr offen, jeweils von sechs bis 22 Uhr", zählt Zanitzer auf, der sieben Mitarbeiterinnen beschäftigt – von denen jede praktisch alles kann.

So bietet das Geschäft als Nah-&-Frisch-Partner praktisch alles, was man an Lebensmitteln benötigt. Das Fleisch stammt vom örtlichen Fleischhauer. Selbst am Sonntag bekommt man noch in verkleinertes Supermarkt-Angebot. "Viele holen Sonntagfrüh frisches Gebäck oder kommen gleich zu uns frühstücken", berichtet Zanitzer. Das modern gestaltete Café wird gut angenommen, der große neue Parkplatz erleichtert es , mit dem Auto stehen zu bleiben. "Auch wir spüren die neue Ortsumfahrung, aber in dieser Kombination funktioniert es gut", analysiert der Chef. Der das positive Echo der Kunden genießt und meint, dass viele extra die Umfahrung verlassen, um zu kommen. "Das haben wir schon beim Eröffnungsfest gespürt. Viele Leute sind froh, dass es uns gibt", erzählt Zanitzer.

Spezialpakete und viel Charme

"Meistens bin ich schon vor sechs Uhr früh im Geschäft, und natürlich lasse ich Kunden dann schon hinein, obwohl wir offiziell erst um sechs anfangen." Sabine Aufmesser führt seit 1999 den Familienbetrieb Strenczek in Eggenburg im Bezirk Horn. Die Papier- und Buchhandlung – benannt nach dem Großvater – samt Trafik und Lotto-Annahmestelle hat einen fixen Platz unter den Nahversorgern der Gemeinde. Auch wenn es nicht leicht ist, sich gegen Großmärkte durchzusetzen.

Zwei wirksame "Geheimwaffen" hat die Unternehmerin allerdings auf ihrer Seite. Einerseits ein Service, der auf jeden Kunden speziell abgestimmt ist. "Wir bieten zum Schulbeginn ganze Sets, genau nach den Angaben der Schulen zusammengestellt, damit die Eltern nicht erst alles zusammensuchen müssen", erklärt die Chefin.

Außerdem hält man intensiven Kontakt zu den Menschen, die einkaufen kommen. "Wenn eine Kunde, die täglich kommt, einmal nicht auftaucht, rufen wir schon einmal an, ob alles in Ordnung ist, oder bringen etwas vorbei", schmunzelt Aufmesser. Deren zweite Geheimwaffe ihr Charme ist. Sie weiß mit jeder und jedem Kunden aufs Fröhlichste zu plaudern, verbreitet jeden Tag sprühend gute Laune.

Fleischer punktet mit Regionalität

"Wir versuchen, mit unserem vielseitigen Angebot Kunden anzulocken", erzählt Fleischermeister Heinz Hubmayer. Neben selbst gemachter Wurst, Fleisch und Speck werden auch Gemüse und Obst aus der Region vermarktet. "Vom Dörrobst angefangen, über Marmeladen, Schnäpse, Sirup, Honig und Dirndl-Essig bis hin zum Kürbiskernöl aus dem Dirndltal bekommt man hier alles", weiß der Nahversorger. "Auch die Backwaren beziehen wir aus der Region, dafür werden unsere Fleischerei-Spezialitäten dann in dieser Bäckerei verkauft. Solche Netzwerke machen uns konkurrenzfähig."

Seit 1951 betreibt Familie Hubmayer – nunmehr in zweiter Generation – ihr Geschäft in Kirchberg an der Pielach. Insgesamt werden elf Mitarbeiter beschäftigt. "Auch Mittagsmenüs und Catering bieten wir an", erzählt Gattin Theresia. Für ihr Engagement wurden sie 2005 mit dem nö. Konsumentenschutzpreis belohnt.

Kopfzerbrechen bereitet dem Chef oft der hohe Aufwand, der durch strenge gesetzliche Vorgaben entsteht. "Ich als kleiner Unternehmer muss alles selbst wissen und machen, in Großbetrieben sind eigene Abteilungen dafür zuständig. Doch Jammern gilt nicht", meint der 59-Jährige, dessen Nachfolge noch ungeklärt ist.

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