Chronik | Niederösterreich
12.01.2013

Entschlossen gegen Prölls absolute Mehrheit

181 Delegierte wählten die SPÖ-Kandidaten für die Landtagswahl Anfang März.

Mit einer Zustimmung von 97,22 Prozent wählten die 181 anwesenden Delegierten des SPÖ-Landesparteirates gestern Landeshauptmannstellvertreter Josef Leitner zum Spitzenkandidaten für die nö. Landtagswahl. Bei dem Ereignis war nicht nur die gesamte Landesparteispitze anwesend, sondern auch Gäste wie die Ministerinnen Gabriele Heinisch-Hosek und Claudia Schmied und Bundesgeschäftsführer Günter Kräuter. Der wetterte: „Immer mehr Menschen wollen diese absolute Machtfülle des Erwin Pröll nicht mehr, sie lehnen den parteipolitischen Druck der VPNÖ in allen Bereichen ab.“

Der Veranstaltungsort, das Kloster Und in Krems, gilt als gutes Omen, seit SPÖ-Mann Reinhard Resch 2012 nach seinem Wahlkampfstart in dem Gebäude der ÖVP den Kremser Bürgermeistersessel abnahm.

Niederösterreich braucht einen neuen Weg in eine neue Zeit“, sagte Leitner in seiner Rede. Man werde es sich nicht bieten lassen, dass er und damit die Sozialdemokratie als Landesfeind und Nestbeschmutzer beschimpft werden.

Das Land habe elf Milliarden Schulden und die Menschen könnten sich darauf verlassen, dass die SPÖ einen Schuldenabbau beginnen werde.

„Bis heute wird mit dem Steuergeld der Niederösterreicherinnen an internationalen Casino-Tischen gespielt“, warf Leitner der ÖVP vor und forderte, ein Spekulationsverbot in der Landesverfassung zu verankern. „Die ÖVP hat einen Denkzettel verdient“, sagte Leitner.

Er versprach unter anderem flächendeckende Kinderbetreuung sowie den Ausbau der A 4 und die Errichtung einer Waldviertel-Schnellstraße.

Es gehe auch nicht an, dass ein Arbeiter 290 Euro und ein Generaldirektor 2000 Euro Pendlerpauschale bekomme.

Reihung

Kandidaten für die Landtagswahl mit Herkunftsbezirk oder Organisation nach bisheriger Stärke: Sepp Leitner; Karin Scheele, Baden; Alfredo Rosenmaier, Wiener Neustadt; Heidemaria Onodi, Sankt Pölten; Günther Leichtfried, Scheibbs; Karin Renner, Gänserndorf; Rupert Dworak, Neunkirchen; Ilona Tröls-Holzweber, Sankt Pölten (neu); Helmut Schagerl, Amstetten (neu); Christa Vladyka, Bruck/Leitha; Gerhard Razborcan, Schwechat; Günther Sidl, Melk (neu); Günter Steindl, Krems (neu); Rene Pfister, FSG (neu); Franz Gartner, Baden; Günter Kraft, Tulln; Herbert Thumpser, Lilienfeld. Mit Adelheid Ebner, Zwettl (neu) beginnen die Hoffnungsplätze.

Plakate gegen Pröll entfernt

Kurioses gab es am Rande des SPÖ-Landesparteirates in Krems: Ausgerechnet vor der Veranstaltung waren einige der großen Anti-Erwin-Pröll-Plakate der SPÖ von ihrem prominenten Standplatz an der Bundesstraße 3 verschwunden. In der Stadt, die seit Herbst erstmals seit Jahrzehnten einen roten Bürgermeister hat.

Des Rätsels Lösung: Der zuständige Beamte hatte sie entfernen lassen. Es besteht nämlich ein gültiges Wahlkampfabkommen, wonach die B 3 aus Gründen der Verkehrssicherheit werbefrei bleiben soll. Während der Kontrolle wollte auch ein Vertreter der ÖVP, die die SPÖ-Werbung gemeldet hatte, plakatieren. Auch er musste abbrechen. „Da sieht man, wie korrekt die Verwaltung arbeitet“, schmunzelte Stadtchef Reinhard Resch.