Chronik | Niederösterreich
26.03.2017

Eisbirne: Süße Erinnerung an den Frost

Mostbaron veredelt Obst zu Eismost / Birnenbalsamico oder Senf-Kaviar geben Speisen Pfiff.

Mit tiefen Temperaturen hat Toni Distelberger seine Freude. Bei der Arbeit auf seinem Genuss-Bauernhof hat ihm nämlich die Eiseskälte bei der Produktion eines innovativen neuen Getränkes wertvolle Dienste geleistet. Und so kann das Heurigenwirtspaar Irmi und Toni Distelberger den Gästen derzeit nicht nur ihr neu gestaltetes Lokal, sondern mit der "Eisbirne" auch ein neues und außergewöhnliches Dessertgetränk vorstellen.

Mostbirnen können nicht wie die Trauben bei der Eisweinproduktion in den frostigen Winter hinein am Baum hängen bleiben, bis das extraktreiche Fruchtfleisch übrig bleibt. Also hat der findige Mostbaron eine Produktionsmethode aus Kanada ausgespäht. So wie dort aus Apfel-Cider der "Ice-Apple" produziert wird, lässt Distelberger gepressten Birnensaft in großen Bottichen zu Eisblöcken gefrieren. Beim langsamen Auftauen halten sich die Wassereiskristalle und der Birnenextrakt rinnt langsam ab. Die Gärung hat Distelberger bei neun Volumenprozent Alkohol gestoppt.

200 Liter dieses süßen und intensiv nach Dörrobst, etwas Maracuja und vollmundig nach Birne schmeckenden Eismostes hat der Pionier nun im Keller gelagert.

Innovationspreis

Mit seiner Erfindung holte sich Distelberger bei der Tagung der Botschafter der 116 Genuss-Regionen Österreichs den Preis für die "Produktentwicklung des Jahres".

Wer die Kreativität der Wirtsleute kennt, weiß, dass die Eisbirne nicht nur als Dessertgetränk, sondern auch als Verfeinerung von diversen Speisen zu finden sein wird. So, wie das etwa auch mit dem zwölf Jahre im Barrique-fass gelagerten Birnenbalsamico-Essig passiert. Der krönt Salate oder saure Gerichte, aber verleiht auch Fruchteis viel Raffinesse.

Vielfalt und Innovation sind ein Markenzeichen des mit neuem Esprit aufgesperrten Heurigen in Gigerreith bei Amstetten. Mit zwölf Mosten, sechs Fruchtsäften und 25 eigenen Bränden ist Distelbergers Auswahl Österreichspitze unter Mostheurigen.

Küche

Mit bodenständigen Mostviertler Klassikern wie Speck, G’selchtem, Bratl oder Schafkäse als Basis hat sich Küchenchefin Irmi eine facettenreiche und auch auf moderne gesunde Trends bedachte Speisekarte erarbeitet. Knödel-, Salat- und Aufstriche ergänzen den Jausen- oder Mittagstisch. An mehreren Sonntagen im Jahr (Reservierung unbedingt empfohlen) wird beim Brunch auch warm aufgekocht.

"Man darf nicht stehen bleiben. Ich versuche immer Neues auszuprobieren", erklärt Toni Distelberger seine Philosophie im Keller und am Speisentisch. Zum Verfeinern der Gerichte hat er so seine eigenen Senfsorten ersonnen. Neben Birnen- und Apfelsenf gibt’s auch den Senf-Kaviar. Dabei werden ganze Senfkörner in Quittensaft, Honig, Balsamico-Essig, sowie Zitronengras eingelegt. Zu Schinken, Käse oder kalten Fischen passt die Delikatesse hervorragend.