Einbruchsversuch in Fritzl-Haus

© Bild: Atzenhofer Wolfgang

Die eingeschlagene Haustür des Fritzl-Hauses beschäftigt die Polizei. Der Masseverwalter kündigt Aktivitäten an.

Das Fritzl-Haus in Amstetten ist wieder Gegenstand polizeilicher Ermittlungen. Das zerschmetterte Glas der Eingangstüre des berüchtigten Horrorhauses in der Ybbsstraße und weggedrückte Gitterstäbe zeugen von einer Einbrecherattacke.

"Die Sache ist aktenkundig. Wir ermitteln wegen Einbruchsversuchs", erklärt ein Beamter der Polizei Amstetten. Der oder die Täter könnten sogar im Haus gewesen sein. Spuren dafür gibt es aber nicht. Im Zinshaus, in dessen Keller Fritzl seine Tochter 24 Jahre lang malträtierte, sei außer Müll nichts zu finden, erklärt ein Kriminalbeamter. Und der Zugang zum Kellerverlies ist ohnehin zugeschweißt.

Bei der Attacke gegen die Tü re könnte es sich auch um einen Vandalenakt handeln. Postkästen im Windfang sind abgerissen worden. Blutspuren in dem verdreckten Eingang könnten von einem Täter stammen, der sich am Türglas geschnitten hat. An den Mauern wurden ordinäre Botschaften an den zu lebenslanger Haft verurteilten Josef Fritzl hinterlassen.

Das Geschehen um Fritzls Haus ist für die meisten Amstettener uninteressant. Selbst nahe Nachbarn haben vom Einbruchsversuch, der schon vor ein zwei Wochen vorgefallen sein muss, keine Notiz genommen. Auch Bürgermeister Herbert Katzengruber nicht. Als Baubehördenchef wartet er auf ein Treffen mit Fritzl-Masseverwalter Walter Anzböck. Seitens der Stadt befindet sich der von Anzböck beantragte Abbruchbescheid in der Endfertigung.

Masseverwalter Anzböck möchte demnächst ein Treffen mit der Stadtbehörde organisieren. Wie berichtet, will er dabei auch die von Sachverständigen abgesegnete Variante einer Beton-Verfüllung des Kellerverlieses besprechen. Ein von Fritzl in der Amstettener Waidhofnerstraße angeleiertes Büro- und Wohnprojekt, das Anrainer und die NÖ Wasserbehörde strikt ablehnen, will Anzböck jetzt samt allen laufenden Verfahren aus der Masse heraus an eine Firma verkaufen.

Erstellt am 12.09.2012