Chronik | Niederösterreich
05.12.2011

Ein Meilenstein in der Weinbaugeschichte

Niki Moser eröffnet mit seinem Grüner Veltliner Minimal eine neue vinophile Dimension.

Lenz Moser III. hat mit der Erfindung einer neuen Erziehungsmethode den Weinbau in Österreich revolutioniert. Sein Enkel Niki Moser hat offenbar viel von dem Unternehmergeist des Weinbaupioniers geerbt. Er ist zwar nicht der Erste, aber dennoch Vorreiter bei bio-dynamischer Anbauweise. Und mit seinem Grünen Veltliner Minimal 2007 ist ihm ein echtes Monument in der Weinbaugeschichte gelungen. Ein nicht zuordenbarer Wein mit enormer Vielschichtigkeit: im offenen Holzfass vergoren, ein ganzes Jahr auf der vollen Hefe, kein Schwefel messbar. Ohne jegliche Schönung oder Filtration. Nach dem Weingesetz gar kein Qualitätswein, weil er für die Prüfnummer in kein Schema passt. Aber ein tolles Erlebnis für echte Weinfreunde.

Kostnotiz

In der Nase subile Aromen nach Kleeblüte, Apfelmus, Kräuter und etwas Quitte mit signifikanten Rauchtönen. Am Gaumen volles Volumen, Würze, Röstnoten, leichtfüßige Extraktsüßer mit fein balancierter Säure, dazu ein Hauch oxydative Reifenoten. Ein großer Wein, den wir in ein paar Jahren gerne noch einmal verkosten würden. Der Wein ist streng limitiert und im freien Verkauf nicht zu bekommen. Niki Moser hat nur 300 Liter gemacht und die Hälfte davon in Magnums abgefüllt.

Der Winzer

Als Niki Moser sich im Jahr 2000 im Elsass persönlich von der Effizienz der Bio-Dynamie überzeugen konnte, fasste auch er den Entschluss auf ganzheitliche Bewirtschaftung umzustellen. Moser sah in Frankreich viele Weingärten die durch starken Pilzbefall (Peronospera/falscher Mehltau) stark gelitten haben. Nur die Rebflächen von Bio-Winzern waren schön und gesund. Seitdem arbeitete er an der "Umstellung" und nach einigen Hürden und schwierigen Jahren, darf er jetzt die Früchte seines Wagnisses ernten. Seine Weine unterscheiden sich signifikant von herkömmlich produzierten und die Weingärten sind gesund und widerstandsfähig.

Das Weingut

Das Weingut ist nach Niki Mosers Vater Sepp benannt und die Familie bewirtschaftet mittlerweile 24 Hektar in Rohrendorf bei Krems und 27 Hektar im burgenländischen Apetlon. In Rohrendorf gedeihen auf den gewaltigen Löss-Terrassen Grüne Veltliner und Rieslinge besonders gut. Wertvollste Lage ist der "Schnabel" von dem auch der Grüne Veltliner Minimal stammt. Im Seewinkel liegt der Schwerpunkt naturgemäß auf Rotwein, wichtigste Weine sind der Zweigelt Reserve und die Cuvée Banfalu aus Zweigelt, Merlot und Cabernet Sauvignon.