Chronik | Niederösterreich
19.02.2018

Ehemaliger HTL-Lehrer wurde wegen Missbrauchs verurteilt

14 Opfer sind vom sexuellen Missbrauch betroffen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Er habe eine schwere Kindheit gehabt, sei selbst missbraucht und von seiner Familie quasi verstoßen worden, schilderte der Anwalt des 29-jährigen ehemaligen Mathematik-Lehrers an einer HTL im Weinviertel und Erzieher am Internat, die Vorgeschichte seines Mandanten. "Ich bereue, was ich getan habe, und es tut mir wirklich leid", sagte der Angeklagte vor der Urteilsverkündung.

Der Vorwurf lautete, dass der 29-Jährige einige seiner Schüler dazu aufforderte, ihm Fotos und Videos mit nackten Körpern zu schicken. Im Austausch dafür gab er Rechenbeispiele für Schularbeiten frühzeitig heraus und benotete die Opfer besser. Insgesamt zwei Jahre, von Oktober 2014 bis Oktober 2016, soll der Angeklagte diese Fotos und Videos bekommen haben. Er habe dann aber von sich aus damit aufgehört, sagt der Mann.

"Der Angeklagte hat sich den Schülern in seiner Tätigkeit als Erzieher im Internat in Hollabrunn angenähert. Zunächst ging es nur um Karten spielen und Hilfe in Mathematik. Daraus wurde dann der Tatvorwurf", skizziert die Staatsanwältin.

Der Beschuldigte zeigte sich allumfassend geständig und wurde deswegen am Landesgericht Korneuburg wegen sexuellen Missbrauchs, pornografischer Darstellung Minderjähriger und wegen Amtsmissbrauchs zu zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. 18 Monate davon bedingt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Berufsverbot

Hinzu kommt, dass der Verurteilte eine Therapie machen muss, die bereits in Haft beginnen soll. "Ich werde diese Therapie nutzen, damit ich noch gefestigter werde und so etwas nie wieder passiert", erklärte der Ex-Lehrer. Er will nach der Haftstrafe als Buchhalter oder Lohnverrechner arbeiten.

Etwas anderes bleibt dem 29-Jährigen auch nicht übrig, da der Richter außerdem ein fünfjähriges Berufsverbot aussprach. "Das ist die maximale Länge des Verbots", schilderte die Staatsanwältin auf KURIER-Anfrage.

Auf die Frage des Senats, warum der Beschuldigte nicht bereits früher mit den Taten aufhörte, schwieg er lange. Beantworten konnte er die Frage dennoch nicht.