Ebner-Ebenauers Weine machen Furore

Sogar Jancis Robinson, die Grand Dame der Weinwelt, ist von der Black Edition begeistert. KURIER.at hat mit den Winzern gesprochen.


Im Weinviertel weht ein frischer Wind. Und zwar so kräftig, dass die Ausläufer auch noch in London zu spüren sind. Das Winzerpaar Ebner-Ebenauer wirbelt mit seiner Prestige-Linie "Black Edition" so viel Staub auf, dass sogar die Grand Dame der Weinwelt - Jancis Robinson - die Weine von den Poysdorfern verkosten wollte. "Lots of intensity - far more than most Weinviertel GV vines" bringt den Stellenwert der jungen Winzer wohl sehr gut auf den Punkt. Und dabei hat sie gar nicht die Top-Edition gemeint, sondern den Grünen Veltliner Alte Reben 2007. In Österreich sind Ebner-Ebenauer zwar kein unbeschriebenes Blatt, aber der Erfolgsrun hat doch viele überrascht. Der Pinot Noir Black Edition 2006 wurde beispielsweise von A la Carte auf Anhieb unter die besten vier Pinots des Landes gereiht. Übertroffen nur von Fritz Wieninger, dem Lehrmeister von Marion Ebner-Ebenauer.

Wer dahinter steckt

Marion Ebner-Ebenauer ist eine schillernde und ehrgeizige Persönlichkeit, bereits mit 20 Jahren hat sie eine eigene Wein-Serie lanciert ("Melusine") und sich auf Anhieb viel Anerkennung verdient. Das Besondere dabei ist, dass sie auf kein elterliches Weingut zurückgreifen konnte, sondern das Traubenmaterial als Negociante gekauft hat. Ein halbes Jahr bei Wolfgang Puck in Los Angeles half Ihr, nicht nur wichtige Gastronomie-Erfahrung zu sammeln, sondern auch internationale Kontakte aufzubauen. Bei Ihrer Zeit als Projektleiterin bei Wein & Co konnte sie sich intensiv mit den großen Weinen der Welt auseinandersetzen und die Ansprüche an ihren eigenen Wein weiter wachsen lassen. Die gebürtige Wienerin fand ihren Gegenpol in Poysdorf im Weinviertel: Manfred Ebenauer, Spross einer Winzerfamilie, die über 15 Generationen Weinbau-Erfahrungen gesammelt hat. Ihre gemeinsamen Ziele formuliert die dynamische Winzerin im Gespräch mit KURIER.at ganz unbescheiden: "Wir wollen nicht nur die besten in Österreich sein, wir wollen auch die Grenzen sprengen".

Philosophie

Der Wein der Ebner-Ebenauers "passiert" nicht einfach, er wird vorher diskutiert. "Schließlich machen wir Weine, die uns schmecken sollen", sagt die Winzerin. Trends oder Marktverhalten werden beiseite gelassen. Ihr Wein braucht Zeit und wird erst gefüllt, wenn der Wein auch reif dafür ist. Die verwendeten Reben haben ein beachtliches Alter von 25-60 Jahren, die einzelnen Lagen werden separat gekeltert und bekommen im Keller "Zeit, Zeit und noch Mal Zeit", um sich zu finden. Kellertechnisch wird nur bei der Black Edition minimal eingegriffen, "sonst lassen wir Wein eben Wein sein", sagt Marion Ebner-Ebenauer gegenüber KURIER.at.

(kurier) Erstellt am
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