Chronik | Niederösterreich
01.02.2012

Dumme Hanfbauern verrieten sich mit ihren Kontoauszügen

Originell – Wer weiß, vielleicht standen die zwei Jugendlichen schon unter Einfluss der sinnbetörenden Cannabis-Pflänzchen, als sie diese im Vorjahr illegal in einem Maisfeld im Bezirk Melk aussetzten. Mitten im hochstämmigen Kukuruz versuchten die zwei Burschen, die Marihuanapflanzen bestens zu verstecken. Um die unterschiedlichen Sorten gut unterscheiden zu können, wurden sie beschriftet. Zum Gaudium der später in Aktion tretenden Polizei, verwendeten sie dabei aber alte Kontoauszüge, auf denen deutlich der Name des Haupttäters zu lesen war.

Aber der Reihe nach: Mitte Juli 2011 beobachtete ein Landwirt, 38, in Persenbeug, wie zwei Burschen in einem seiner Maisfelder verschwanden. Als er Nachschau hielt, entdeckte er die Haschisch-Plantage. Die gerufenen Polizisten konnten sich das Lachen nicht verkneifen. Die Pflanzenbeschriftungen verrieten nicht nur die Namen des Drogenkrauts, sondern auch jenen des Marihuana-Gärtners.

Der 18-jährige Lehrling aus dem Nachbarort konnte dann nichts mehr abstreiten. Er nannte auch seinen Komplizen, einen ebenfalls 18-jährigen Schüler aus der Nachbargemeinde Hofamt-Priel.

Drogenring

Über das Haschisch-Duett stießen die Polizisten aus Persenbeug auf einen Drogenring. Insgesamt wurden jetzt weitere acht Suchtgiftkonsumenten aus Melk, St. Pölten und Linz bei der Staatsanwaltschaft St. Pölten angezeigt.

Bei den zwei verhinderten Hanfbauern, die in der Szene wohl in die Kategorie der dümmsten Plantagen-Betreiber fallen werden, konnte die Polizei keine Suchtmittel finden. Den beiden war eine Ernte versagt geblieben. Ihre Pflanzen waren vorher eingegangen, weil sie viel zu wenig gegossen worden waren.