Chronik | Niederösterreich
09.06.2017

Dreikampf um Polizeispitze in NÖ

Oberster Polizist des Staates hat die besten Karten für geplanten Wechsel vom Innenministerium nach St. Pölten.

4700 Polizeibeamte in Niederösterreich bekommen einen neuen Chef. Nach der am Dienstag zu Ende gegangenen Frist für das Bewerbungsverfahren zeichnet sich, wie bereits vor Wochen vom KURIER öffentlich gemacht, eine bemerkenswerte Personalentscheidung ab.

Mit dem Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, Konrad Kogler (52), hat sich tatsächlich der oberste Polizist Österreichs für den Posten in St. Pölten beworben. Obwohl es mit dem bisherigen stellvertretenden Landespolizeidirektor, Generalmajor Franz Popp und einem Bewerber aus dem Verteidigungsressort zwei Gegenkandidaten gibt, dürfte Koglers Bestellung nur noch ein Formalakt sein.

Nachdem im kommenden Herbst Neuwahlen ins Haus stehen, trachtet die Politik danach, die Spitzenjobs bei der Polizei für die kommende Periode noch neu zu besetzen. Niederösterreichs Landespolizeidirektor Franz Prucher (61) wechselt daher, noch vor Ende seiner offiziellen Amtszeit im September, bereits am 3. Juli auf einen neuen Posten ins Innenministerium. Überraschenderweise strebt Kogler selbst seinen Wechsel nach Niederösterreich an. Auch wenn dem 52-Jährigen die besten Chancen zugerechnet werden, spitzen auch andere auf den mit einem Fixgehalt (ohne Zulagen) von 8610,60 Euro brutto dotierten Spitzenjob. Darunter ist Pruchers bisheriger Stellvertreter. "Die formalen Voraussetzungen und das Interesse für den Job bringe ich mit. Daher habe ich mich auch dazu entschieden, mich zu bewerben", sagt Popp.

Wartezeit

Da der Bestellung allerdings die Bewertung einer Begutachtungskommission und der Personalvertretung voraus geht, und es der Unterschriften des Innenministers, der Landeshauptfrau, des Bundeskanzleramtes und des Bundespräsidenten bedarf, rechnet man mit einer mehrwöchigen Wartezeit. In Niederösterreich ist man ob der zweimonatigen Vakanz des Höchstpostens nicht besorgt. Fix gerechnet wird aber damit, spätestens im September einen neuen Landespolizeidirektor zu haben – auch im Hinblick auf die Landtagswahl im Frühjahr 2018.

Heißt der Neue nämlich tatsächlich Konrad Kogler, könnte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner damit einen Coup landen – würde doch erstmals ein Generaldirektor als Polizeichef in ein Bundesland wechseln. Bis zu einer endgültigen Bestellung wird Popp als Pruchers bisheriger Stellvertreter die Sicherheitsgeschäfte führen. "Beide haben in den vergangenen Jahren eng zusammengearbeitet. Ich mache mir also keine Sorgen um das Sicherheitsmanagement im Land", sagt Mikl-Leitner.