Chronik | Niederösterreich
08.01.2013

Mit Stahlkugeln auf Autos geschossen

Mindestens 18 Mal traf der Sniper vorbeifahrende Fahrzeuge – und zwar mit einer -Pistole.

Der Heckenschütze von der Donauuferautobahn A 22 wird die Autobahnpolizei auch noch dieses Jahr beschäftigen. Mindestens 18 Mal hat der Unbekannte im Vorjahr auf vorbeifahrende Autos geschossen. Das ist kriminaltechnisch mittlerweile nachgewiesen. „Bis jetzt hatten wir Glück, dass es noch keine Verletzten gab“, sagt einer der Beamten, der an der Aufklärung des Falles arbeiten.


Die KURIER-Berichterstattung brachte den Fall im Oktober des Vorjahres richtig ins Rollen. Danach meldeten sich bei der Autobahnpolizei in Stockerau etliche Autofahrer, die während der Fahrt einen Knall gehört und anschließend ein zirka eineinhalb Zentimeter großes Loch in der Windschutzscheibe hatten. Insgesamt kamen bis vor Weihnachten 60 Fahrzeuglenker zur Polizei. Bei zwei Drittel davon stammten die Löcher allerdings von Steinschlägen.

Bei 18 Fahrzeugen konnte mittels Labor-Analysen nachgewiesen werden, dass die Löcher von Metall stammen.

Anfangs ging man noch davon aus, dass es sich um so genannte „Bleistamperln“ aus einem Luftdruckgewehr oder einem Kleinkalibergewehr handeln könnte. Bei späteren Untersuchungen wurde festgestellt, dass es sich um drei bis vier Millimeter große Stahlkugeln handelt. Diese Stahlkugeln werden mit -Waffen verschossen. Eine dazugehörige -Patrone fanden die Ermittler bei dem Einlaufbauwerk in Langenzersdorf in unmittelbarer Autobahnnähe. Die Projektile haben eine Anfangsgeschwindigkeit von rund 130 Meter pro Sekunde. „Das kann man durchaus mit einem Luftgewehr vergleichen“, sagt ein Ermittler.

Die Tatorte können auf die Strecke zwischen der Wiener Stadtgrenze und Korneuburg eingegrenzt werden. Die weiteren Ermittlungsschritte gestalten sich schwierig. „Wir sind sehr auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen“, sagt Autobahn-Polizeikommandant Gerhard Wagner.