Ort setzt auf Tourismus- und Ausflugsaktivitäten

© KURIER/Stefan Straka

Maissau
04/26/2014

Die Umfahrung hat alles verändert

Viele Bürger üben Kritik an der Situation, andere sehen Chancen, den Tourismus anzukurbeln.

von Stefan Straka

"Am Anfang war es mäuschenstill. Aber jetzt wird eh’ wieder durch den Ort gefahren", sagt Friseurin Monika Haber. Die B-4-Umfahrung, auf der seit fast zwei Jahren der Verkehr am Ort vorbeirollt, spaltet nach wie vor die kleine Ortschaft am Fuße des Manhartsberges.

Viele fragen sich, ob die Umfahrung ein Segen oder ein Fluch für die Gemeinde ist? Wirtshäuser haben mangels Laufkundschaft zugesperrt, kürzlich machte auch die Retzer Bäckerei "Blei" ihre Filiale an der Hauptstraße dicht. "Eine Umfahrung bringt eben Vor- und Nachteile. Vorteile für die Bewohner und Nachteile für die Wirtschaft", teilte Bäckermeister Gerold Blei der Kundschaft mit.

Bürgermeister Josef Klepp will die Situation nicht schönreden, aber auch nicht krankjammern. "Eine Gastro-Krise haben wir. Aber damit sind wir bei Weitem nicht alleine. Das geht anderen Ortschaften in unserer Größe auch so", sagt der Ortschef. Nur Maissau trifft es doppelt so bitter. Schließlich will man bei den Besuchern der Amethystwelt punkten. Und das könne man derzeit nur mit den Top-Heurigen. Für die gab es übrigens keine Krise mit der Umfahrung. "Man macht es sich leicht, alle Schuld der Umfahrung zuzuschreiben", sagt Klepp. Noch dazu gebe es seither einen leichten Aufwärtstrend bei Hauptwohnsitzen. "Das Krankreden ist ein gesellschaftlicher Faktor", meint der Bürgermeister. Seiner Meinung nach habe die Bäckerei aus einem anderen Grund zugesperrt. Wegen des Nahversorgers, der sich in der Shell-Tankstelle angesiedelt hat.

Die Gemeindeführung setzt auf den Tourismus. Aufbauend am Zugpferd Amthystwelt lässt man sich ständig neue Attraktionen einfallen. Das jüngste Baby ist die Erschließung eines 120 Kilometer umfassenden Wanderwege- und Radfahrnetzes, das alle Katastralgemeinden mit ihren Ausflugzzielen (Lavendel-Schaugarten, Kräuterdorf, Venus von Eggendorf u. a.) einbindet. Der violetten Farbe des Amethyst bleibt man treu. Demnächst soll sogar die Brücke an der Ortseinfahrt bei Nacht violett beleuchtet werden. "Wir wollen zeigen, dass wir hier sind", sagt Klepp.

Apropos beleuchten. Auch oben am Berg hat man einen strahlenden Botschafter etabliert – einen 30 Meter hohen Leuchtturm. Die Kurve auf der steilen Straße hinauf ins Waldviertel hat trotz des Rückbaues (oder gerade deswegen) nichts an Schärfe eingebüßt. So mancher Besucher schnitt sich an den Granit-Randsteinen schon Vorder- und Hinterreifen seines Wagens auf.

"Diese Woche hatten wir schon zwei", sagt Konditormeister Martin Schmid. Er wünscht sich, dass der Hauptort mehr in die werblichen Maßnahmen eingebunden wird.

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