"Die Situation ist unerträglich"

© Bild: Foschum Markus

Eine kleine Gasse mutiert zum "Autobahnzubringer". Die Anrainer sind auf den Barrikaden und fordern eine Lösung.

Eine seltsame "Karriere" von der verkehrsberuhigten Wohnstraße zum viel befahrenen Abschneider zur Autobahn hat die Adam Strenninger Gasse in den vergangenen Jahren durchgemacht. Den Anrainern reicht es jetzt: Nachdem Unterschriften und Beschwerden nichts gefruchtet haben, überlegt man sogar Protestmaßnahmen.

"Am Morgen ist es fast schon lebensgefährlich, über die Straße zu gehen", sagt Anrainerin Christa Schimper. "Zu den Stoßzeiten geht der Zubringerverkehr zur Autobahn über unsere Gasse. Nicht nur unsere Lebensqualität leidet, die Sicherheit ist nicht mehr gegeben", fügt Nachbar Wolfgang Schwarz hinzu.

Die "Leidensgeschichte" begann vor Jahren, als im Zuge der Umstellung auf Tempo 40 im ganzen Ort die Wohnstraße aufgelöst wurde. Aber auch danach handelte es sich um eine ruhige Seitengasse. 2008 wurden aber im Zuge eines Verkehrsversuches Einbahnregelungen in der Umgebung geändert. "Dadurch sind wir zu einer Hauptverbindung geworden", sagt Schwarz.

Gefährlich

Die Gasse ist die direkte Verbindung zur Autobahn und viele Autofahrer sparen sich einen Umweg. Daran ändert auch die geringe Breite und der (von den Anrainern bezahlte) neue Gehsteig wenig: "Es wird ständig auf den Gehsteig ausgewichen. Vor Kurzem konnte gerade noch verhindert werden, dass ein Kind von einem Auto erfasst wurde", sagt Schwarz. 23 Unterschriften wurden gesammelt, aber man fühlt sich von der Gemeinde alleine gelassen: "Es gibt halbherzige Lösungsversuche, wie unmerkliche Schwellen und Verschwenkungen durch Gitterboxen, aber das ändert wenig an der unerträglichen Situation", sagt Schwarz. Man fordert "ordentliche" Schwellen und eine Einbahnregelung. Ansonsten "schrecken wir auch vor Protestmaßnahmen nicht zurück", so die Anrainer.

Verkehrsreferent Christian Apl (Grüne) bittet um Geduld: "Das Problem ist bekannt, betrifft aber das gesamte Gebiet. Kurzfristig kann man das nur etwas eindämmen, aber wir sind dabei, ein Verkehrsleitbild und eine Lösung zu erarbeiten."

Erstellt am 05.12.2011