Chronik | Niederösterreich
10.01.2012

Die Korruptionsjäger ermitteln

Nach den Amtsmissbrauchs-Vorwürfen gegen den Hausleitner Ortschef erhebt nun die Korruptions-Staatsanwaltschaft alle Fakten.

Keine Windräder in Hausleiten. Das steht fest. Doch wie war das genau mit den Betriebsprüfungen? Hatte da Bürgermeister Otto Ruthner (für den die Unschuldsvermutung gilt) irgendwie die Finger im Spiel. Zumal es bei den Geprüften nicht gerade um Parteigenossen ging. Um diese und weitere Fragen dreht sich derzeit alles im Ermittlungsverfahren rund um den Hausleitner Ortschef Otto Ruthner. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft hat sich der heiklen Causa angenommen und versucht Licht ins Dunkel zu bringen, ob an den mutmaßlichen Amtsmissbrauchs-Vorwürfen gegen den Finanzbeamten Ruthner etwas dran ist.

Mit einer 30-seitigen Sachverhaltsdarstellung kam im Spätherbst der Stein ins Rollen. Am vergangenen Donnerstag reisten Beamte der Korruptionsstaatsanwaltschaft nach Stockerau. Mehrere Personen aus Hausleiten und Umgebung wurden quasi im Zwei-Stunden-Takt zu Betriebsprüfungen, politischer Ausrichtung und diversen Wahrnehmungen befragt. „Ich war schon an der Reihe und auch etliche andere“, sagt etwa Karl Eder, der sich nicht nur als bekennender Windradgegner in der Gemeinde Gehör verschafft hat. Schon lange davor stand die Errichtung eines Handy-Masten auf dem Kinderspielplatz an. Und auch dagegen trat Eder auf. Wenige Wochen später hatte er die Betriebsprüfer am Hals. Zufall? „Als die Prüfung elf Monate gedauert hat und nicht abgeschlossen wurde, bin ich nachdenklich geworden“, sagt Eder. Der Unternehmer wurde zu der Affäre bereits befragt. Der mehrfach geprüfte Rechtsanwalt Walter Anzböck wird kommende Woche den Ermittlern vom Bundesamt für Korruptionsbekämpfung als Zeuge Rede und Antwort stehen. „Ich glaube, dass die Ermittlungen in guten Händen sind“, sagt Anzböck.

Der Beschuldigte wurde noch nicht interviewt. „Ich habe eine weiße Weste“, sagt Ruthner. Anfang Mai geht er als Beamter übrigens in Pension. Das hätte mit dem laufenden Ermittlungsverfahren aber „gar nichts“ zu tun.