Die Eiswein-Lese hat begonnen

Weinbauern müssen Temperaturen bis minus 8 Grad abwarten, davor gilt es offiziell nicht als Eiswein.

Die niedrigen Temperaturen machten es möglich: In der Nacht auf Montag wurde in weiten Teilen Österreichs mit der Eisweinlese begonnen. Bereits in den Abendstunden des Sonntags fiel die Temperatur auf mehrere Minusgrade und in den Morgenstunden wurde in den meisten Regionen die vorgeschriebene Grenze von minus 8 Grad unterschritten.

Tschida begann mit Lese um drei Uhr

Hans Tschida aus Illmitz, einer der führenden Süßweinproduzenten Österreichs, sagte gegenüber KURIER.at, dass er mit der Lese sehr zufrieden sei: Um drei Uhr morgens hat er mit seinem Team mit der Eisweinlese bei rund zehn Grad minus begonnen und noch vor Sonnenaufgang alles geerntet. Die Qualität sei sehr gut, auch wenn schon etwas Botrytis (Edelfäule) dabei war. Die Zuckergradation lag bei 34 ° Klosterneuburger Mostwaage. Der Seriensieger bei Vergleichsverkostungen setzt beim Eiswein auf Welschriesling.

Münzenrieder macht Eiswein für China

Johann Münzenrieder, Weinbauer im benachbarten Apetlon, hat das Wetter seit Tagen beobachtet: "Wir sind schon die ganze Nacht unterwegs, denn für uns ist der Eiswein ein sehr wichtiges Produkt. Vor allem in Taiwan und China ist die Nachfrage nach 'Icewine' groß. Wir beliefern seit Jahren diese Märkte und da wir im Vorjahr nur eine relativ kleine Menge dieser international gefragten Spezialität produzieren konnten, brauchen wir den Eiswein schon dringend."

Die strengen Richtlinien

Für die Erzeugung von Eiswein muss das Lesegut fest gefroren sein und in diesem Zustand auch gepresst werden. Der Most muss mindestens 25 Klosterneuburger Zuckergrade aufweisen. In den Verkehr gebracht werden darf der Eiswein 2008 erst im kommenden Mai. Die Trauben müssen in gefrorenem Zustand gepresst werden, der gefrorene Wasseranteil bleibt beim Pressen zurück, gekeltert wird nur purer Fruchtextrakt mit enormer Süße.

Erstellt am 05.12.2011