Chronik | Niederösterreich
11.10.2017

Die aktuellen Polit-Rezepte für die Belebung der Kremser Innenstadt

Was Mandatare tun wollen, um das Stadtzentrum wirtschaftlich am Leben zu erhalten.

Ob Gastronom, Schuhmacher, Boutique-Betreiber oder Juwelier: Alle wünschen sich mehr kaufkräftige Kundschaft für die Kremser Innenstadt. Dafür fordern sie die Politik zum Handeln auf. Der KURIER fragte die wahlwerbenden Gruppen: Welche Maßnahmen erscheinen Ihnen für die Belebung der Innenstadt am wichtigsten?

"Die Absiedlung der Justizanstalt Stein, damit die Hochschulen sich vergrößern können. Das bringt mehr kaufkräftige Kunden in die Stadt", sagt Peter Lanzrath, Spitzenkandidat der Bürgerliste UBK.

Adi Krumbholz von der Bürgerliste Pro Krems sieht das anders: Er möchte das "Parkzonenchaos" beenden, das potenzielle Kunden in das Einkaufszentrum vertreibt. Er wünscht sich – wie einst die SPÖ – eine Wachstube für das Stadtzentrum.

"Grünoasen, die zum Verweilen einladen", betont Sandra Mayer von den Grünen, die Einzelunternehmern gegenüber Ketten mehr Bedeutung geben will.

Wolfgang Mahrer, KLS , will auf der Grünfläche hinter der Dominikanerfläche fixe, attraktive Marktstände errichten. Der ehemalige Durchgang neben dem Pfarrhof gehört geöffnet, um Cafés und Imbissstände anzusiedeln. "Das Stadtweingut sollte in der Innenstadt einen attraktiven Stadtheurigen eröffnen", erklärt er.

Susanne Rosenkranz, FPÖ, findet: "Es wäre viel geholfen, wenn die Samstage beim Parken gebührenfrei werden, nicht nur im Advent." Sie schlägt auch vor, den Ausbau von Dachböden zu fördern, damit die Altstadt wieder mehr Bewohner bekommt.

ÖVP-Stadtrat Erwin Krammer: "Die derzeit noch am Magistrat angesiedelten Bereiche Tourismus, Wirtschaft, sowie Marketing&Sales sollte man ausgliedern und zur Unterstützung der Kaufmannschaft zu einem Stadtmarketing zusammen führen. Hausbesitzer gehören eingebunden." Zudem seien Fördermaßnahmen wichtig, um effektiv gegen Leerstände vorzugehen.

SPÖ-Bürgermeister Reinhard Resch sagt: Es brauche einen Mix aus verschiedenen Maßnahmen, damit die Gäste länger bleiben. Nötig sei "eine gemeinsame Plattform Stadt – Wirtschaft – Tourismus, die das Thema strukturiert und konsequent in Angriff nimmt". Als Beispiel nennt Resch die Weiterentwicklung des Marktes oder einen kindersicheren Bereich (in einem Teil der Fußgängerzone). Für die Untere Landstraße solle ein Alleinstellungsmerkmal entwickelt werden, etwa mit dem Simandlbrunnen. Auch regelmäßige Aktionen schweben ihm vor.

Passantenmeinungen

Insgesamt waren Passanten, die der KURIER befragte, mit der Attraktivität der Kremser Innenstadt recht zufrieden. Wünsche gibt es trotzdem. Immer wieder auch nach einer Vereinfachung der Parkraumbewirtschaftung, Stichwort "Grüne Zone".

Hier einige Beispiele:

Friederike Schießhübl, Bezirk Tulln: „Es ist recht schön hier, aber meistens fahren wir doch nach Tulln, dort gibt auch viel mehr Grün. Das fehlt mir in Krems, weil es mir sehr wichtig ist. Mehr Bäume und Grünflächen wären wirklich fein.“

Sylvia Ronge, Krems: „Ich würde mir mehr alternative Lokale wünschen, wie das Moyome ist oder das Nanacafe war. Eine Starthilfe für junge Leute, die etwas probieren, wäre hilfreich. Denn es gibt viele Geschäfte, die man auch sonst überall findet.“

Gebhard Macher, Krems: „Was mir in der Stadt wirklich abgeht, ist ein Lokal mit angenehmer Musik, in dem man tanzen, Spaß haben und neue Kontakte knüpfen kann. Um so etwas zu finden, muss ich derzeit bis weit ins Waldviertel fahren.“