Chronik | Niederösterreich
05.12.2011

Deutsch-Wagram: Tod nach Festnahme

In der Polizeistation starb ein Randalierer. Laut Obduktionsbericht ist jegliches Fremdverschulden auszuschließen.

Sonntag gegen 22 Uhr bat eine Frau aus Deutsch-Wagram via Notruf die Polizei um Hilfe. Ihr Ex-Freund randaliere in ihrer Wohnung, sie habe Angst. Als die Polizei wenig später mit vier Beamten eintraf, um den Tobenden zum Verlassen der Wohnung zu bewegen, wollte sich der plötzlich auf seine Ex-Freundin stürzen. Die Beamten gingen dazwischen, worauf sich die Aggression des 46-jährigen Gelegenheitsarbeiters gegen die Uniformierten richtete. Mit Müh und Not gelang es, dem Rasenden Handschellen anzulegen und ihn abzuführen. Eine Festnahme wurde ausgesprochen.

Auf der Polizeiinspektion wartete bereits ein Arzt, der den offensichtlich schwer alkoholisierten Mann untersuchte. Danach wurde er in einen Verwahrungsraum gebracht.
Während der Mann lautstark schnarchte, untersuchte der Arzt die Blessuren, die sich die vier Beamten bei der Festnahme des Mannes zugezogen hatten.

Plötzlich - es war kurz nach Mitternacht - setzte das Schnarchen aus. Zu seinem Entsetzen bemerkte der Arzt, dass der Festgenommene nicht mehr atmete. Sofort begann er - unterstützt von zwei Helfern - den Mann zu reanimieren. Gleichzeitig wurde der Gänserndorfer Notarztwagen alarmiert. Alle Bemühungen waren jedoch vergeblich.

Obduktion

Der Tote wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Korneuburg in das Kaiser Franz Josef Spital nach Wien gebracht, wo er am Dienstagvormittag obduziert wurde.
Bereits nachmittags lag der Obduktionsbericht vor. Laut Staatsanwalt Friedrich Köhl ist jegliches Fremdverschulden auszuschließen.

Der KURIER konnte in Erfahrung bringen, dass der Mann seit längerem schwer krank war und starke Medikamente einnahm. Reichlich Alkohol, eine hohe Medikamentendosis und die Aufregung waren für ihn schließlich tödlich.