Mit 75 Lebensjahren ist Paul Pollack immer noch regelmäßig auf verschiedenen Radwegen Europas unterwegs

© KURIER/Gilbert Weisbier

Jubiläum
05/04/2014

Den Donauradweg "abgetrotzt"

Vor 30 Jahren initiierte ein KURIER-Redakteur das unbestrittene touristische Highlight.

von Gilbert Weisbier

Am Anfang stand ein Vater-Sohn-Abenteuer. Paul Pollack, damals KURIER-Redakteur und begeisterter Radfahrer, unternahm zu Beginn der 80er-Jahre gemeinsam mit seinem damals zehnjährigen Sohn eine Radtour. Der Donau entlang von Passau bis Wien.

"Mühsam haben wir uns damals den Weg gesucht, teilweise über wunderbar asphaltiere Treppelwege, aber immer wieder auch mühsam durchgefragt", erzählt Pollack. Damals hätte es zwar schon markierte Radwege gegeben. "Aber die haben alle im Kreis geführt, damit die hungrigen Sportler wieder vor dem Ausgangs-Wirtshaus ankommen", erinnert sich Pollack schmunzelnd. Damals entstand in ihm die Idee für einen durchgehenden Radweg auf dieser Strecke. Doch die erste telefonische Anfrage bei der damaligen Wasserstraßendirektion verlief so: "Das Radfahren auf Treppelwegen ist verboten", sagte ein Mitarbeiter des Amtes – und legte auf.

Ansporn

So etwas spornte einen Journalisten nur an. "Darauf bin ich gleich noch einmal gefahren und habe bemerkt, dass es überall Radspuren gibt. Die Leute haben bereits Abschnitte regelmäßig genutzt", erzählt Pollack. So schrieb er erst zwei ganzseitige Reportagen über die Strecke im KURIER, die auf großes Echo stießen. Und wenig später den ersten umfassenden Radführer. Nicht nur mit Orientierungshilfen, sondern auch Beschreibungen von Sehenswürdigkeiten und kulturellen Highlights.

Der Führer schlug ein, immer mehr Menschen nutzten die wunderbare Strecke. "Schließlich hat man sich dem Druck gebeugt, die hätte man ja nicht alle anzeigen können", schmunzelt Pollack. Eher zögerlich habe der Tourismus das Potenzial der Strecke erkannt. "Anfangs hieß es, wenn einer mit dem Rad kommt, hat er kein Geld – sonst wäre er mit dem Auto da", erinnert sich Pollack. Doch die Idee setzte sich durch. Immer mehr Radtouristen erzwangen immer bessere Markierungen und Angebote. Bald verbreitete sich das Konzept in viele europäische Länder. Auch deren Radwege nutzt Pollack bis heute genüsslich.
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