Chronik | Niederösterreich
01.02.2012

„Das zahlt sich nicht mehr aus“

Schon im Vorjahr schlug in der kleinen Raiffeisenbank eine Bankomat-Bande zu. Diesmal scheiterten die Täter kläglich.

Das war viel Aufwand für nichts“, sagt Michael Rea und klopft zufrieden auf den Bankomat. Wie berichtet, wollte eine Bankomat-Bande in der Nacht auf Dienstag die Geldmaschine in der Raiffeisenbank Mühlbach, Bezirk Hollabrunn, aufschweißen. Doch in der kleinen Bankfiliale, die zur Raiffeisenbank Langenlois gehört, bissen sich die Täter die Zähne aus.

Schon im vergangenen Sommer schlugen die Bankomat-Diebe in Mühlbach zu. Damals schnitten sie das Gerät auf. „Daraus haben wir gelernt und in unseren Filialen nachjustiert“, erklärt der Assistent der Geschäftsleitung. „Alles, was wir in diese Richtung unternommen haben, hat funktioniert.“

Missgeschick

Weit kamen die Täter diesmal wirklich nicht. Und das, obwohl sie mit schwerem Gerät auffuhren. „Sie waren eine halbe Stunde in der Bank“, weiß Rea. Und während ihrer „Arbeit“ passierte auch ein Missgeschick: Die Funken landeten in einem Mistkübel. Darin befindliches Papier entzündete sich – die Kamera hat all das festgehalten. Und das, obwohl sie mit schwarzer Farbe besprüht wurde.

Selbst wenn es den Unbekannten gelungen wäre, zum Bankomat-Tresor vorzudringen: Die Beute hätte sich in Grenzen gehalten. „Wir befüllen jetzt weniger, dafür öfter“, sagt Rea. „Der Aufwand und das Risiko – das zahlt sich für die Täter gar nicht mehr aus“, meint Rea. „Wir wollen für die Täter unattraktiv sein.“ Und das wird sich hoffentlich auch in den kriminellen Kreisen herumsprechen.

DNA-Spur

Verjagt hat die Täter schließlich der laute Alarm. Die Polizei war innerhalb von zehn Minuten am Tatort – da hatten die Kriminellen allerdings das Weite gesucht. Zumindest hinterließen sie eine heiße Spur – sie verloren einen Arbeitshandschuh, auf dem sich möglicherweise DNA-Spuren befinden.

Der Schaden für die Bank hält sich in Grenzen. Einzig: Die Kunden müssen in den kommenden Wochen auf einen Bankomat verzichten. Ans Zusperren der Filiale denkt man wegen der Vorkommnisse nicht. „Wir sind hier der finanzielle Nahversorger.“