„Das ist pure Angstmacherei“

Foto: Michaela Reibenwein

Die Betreiber der geplanten Abfallbehandlungsanlage wehren sich gegen Vorwürfe und erwarten Positiv-Bescheid.

Das ist der helle Wahnsinn“, sagt Roman Rusy. Leobendorfs Bürgermeister Karl Stich fand plakative Worte für die geplante Abfall-Behandlungsanlage der Firma Terra. Er bezeichnete sie in der Gemeindezeitung als „Giftküche“. Und das Behandlungsverfahren, mit dem etwa verunreinigtes Erdreich gereinigt soll, stellte er deutlich in Frage. Die Reaktion des Betreibers lässt nicht lange auf sich warten: „Das ist pure Angstmacherei und kreditschädigend“, ist Betreibersprecher Rusy empört.

Im Gemeindegebiet von Leobendorf will die Firma Terra die Behandlungsanlage errichten. Grundeigentümer ist die Stadtgemeinde Korneuburg – und von der gibt es grünes Licht. Doch die Leobendorfer wehren sich mit Händen und Füßen gegen das Projekt am Teiritzberg. Der Gemeinderat hat bereits eine Resolution dagegen beschlossen.

Stand der Technik

„14 Sachverständige des Landes haben keine Einwände gegen die Errichtung und den Betrieb“, sagt Rusy. „Wir erwarten den Bescheid in den kommenden Wochen.“ Auch der Bürgermeister kenne die Stellungnahmen der Sachverständigen. „Die geplante Behandlung entspricht dem Stand der Technik“, befindet etwa Annemarie Graus-Göldner, Sachverständige für Abfallchemie.

Und das bestätigt auch Andreas Loibner, Leiter des Institutes für Umweltbiologie, der schon den Probebetrieb in der Korneuburger Werft begleitet hat. Auch dort wurde verunreinigtes Erdreich mit Mikroorganismen gereinigt. „Dieses Verfahren wird weltweit eingesetzt“, erklärt er.

Behandelt werden soll hier etwa Erdreich, das mit Öl oder Treibstoff verunreinigt wurde. „Also das, was wir regelmäßig in unsere Autotanks füllen“, sagt Loibner. 19.000 Tonnen sollen jährlich bearbeitet werden.

Terra-Geschäftsführer Robert Philipp will den Bewohnern die Angst nehmen. „Wir setzten uns gerne mit den Leuten an einen Tisch und hören uns an, welche Befürchtungen es gibt.“ Und er stimmt auch regelmäßigen (unangekündigten) Kontrollen zu. „An dem soll es nicht scheitern.“ Der Standort sei ideal, in einem Kilometer Umkreis gebe es keine Anrainer.

In den nächsten Tagen jedenfalls soll ein Informationsschreiben an die Bewohner der Katastralgemeinde Tresdorf (direkt betroffen, Anm.) gehen. Beigeheftet wird eine Stellungnahme des Landes.

„Das ist ein Privatkrieg des Bürgermeisters“, ist Rusy überzeugt.

(kurier) Erstellt am
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